Energiekonzern Uniper leidet zunehmend unter den russischen Gaslieferkürzungen.

Energiekonzern Uniper leidet zunehmend unter den russischen Gaslieferkürzungen.

Bild: © Matthias Balk/dpa

Der Energiekonzern Uniper ist weitestgehend verstaatlicht. Die Beteiligung des Bundes sei erfolgt, teilten das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundesfinanzministerium am Donnerstag in einer gemeinsamen Mitteilung in Berlin mit. Uniper hat eine Kapitalerhöhung über acht Milliarden Euro durchgeführt, bei der ausschließlich der Bund zur Zeichnung zugelassen war. Außerdem hat die Bundesregierung Unipers bisherigem finnischen Mehrheitsaktionär Fortum die Anteile abgekauft. In der Folge hält der Bund nun rund 99 Prozent des Unternehmens.

Uniper schätzt, dass sich die benötigten Staatshilfen bis Ende 2024 auf insgesamt mehr als 30 Milliarden Euro ausweiten könnten. Am Mittwoch waren Uniper bereits weitere 5,5 Milliarden Euro frisches Geld zugeflossen. Ingesamt hat Uniper damit in diesem Jahr 13,5 Milliarden Euro an staatlicher Unterstützung über Eigenkapitalmaßnahmen erhalten. «Um es klar zu sagen: Dies sind Kosten, die Uniper und Deutschland als Folgen des Kriegs gegen die Ukraine und der Einstellung der Gaslieferungen aus Russland entstanden sind», hatte Vorstandschef Klaus-Dieter Maubach gesagt. Die Europäische Kommission hatte den Staatshilfen am Dienstagabend zugestimmt, nachdem am Montag bereits Unipers Aktionäre grünes Licht gegeben hatten.

Blades wird Aufsichtsratvorsitzender

Parallel hat Uniper per Mitteilung verkündet, dass der neuformierte Aufsichtsrat in einer konstituierenden Sitzung Tom Blades zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt hat. Mit Ablauf des 21. Dezember 2022 waren die Fortum-Vertreter wie angekündigt aus dem Uniper-Aufsichtsrat ausgeschieden. Das Amtsgericht Düsseldorf hatte daraufhin am 22. Dezember 2022 mit sofortiger Wirkung die neuen Aufsichtsratsmitglieder bestellt.

„Uniper ist ein im Kern starkes Unternehmen, das das schwierigste Jahr seiner Firmengeschichte erfolgreich überstanden hat. Meine Aufsichtsratskollegen und ich wollen nun Vorstand und Management dabei unterstützen, das Unternehmen weiterzuentwickeln und wieder profitabel zu machen. Gestärkt durch den Bund soll Uniper inmitten der europäischen Energiekrise mit seiner Expertise und seinen herausragenden Fähigkeiten zur Versorgungssicherheit beitragen“, sagte Blades nach seiner Wahl. 

Neben Tom Blades wurden diese Woche Jutta Dönges, Marcus Schenck und Ines Zenke durch das Amtsgericht Düsseldorf bestellt (wie die ZfK berichtete).  (gun mit Teilen von dpa)

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