Das Russland-Geschäft könnte Uniper nun größere Probleme bereiten.

Das Russland-Geschäft könnte Uniper nun größere Probleme bereiten.

Bild: © Nmann77/AdobeStock

Energiekonzern Uniper hat im ersten Quartal 2022 herbe Verluste eingefahren. Nach Unternehmensangaben beträgt der vorläufige Jahresverlust für die ersten drei Monate etwa drei Mrd. Euro.

Auf der Plattform Tradegate fiel die Uniper-Aktie in der Folge zwischendurch um fünf Prozent.

Unipro und Nord Stream 2

Stark ins Kontor schlugen Abschreibungen im Zusammenhang mit der Ostseepipeline Nord Stream 2 und der russischen Tochtergesellschaft Unipro. Sie beliefen sich auf etwa zwei Milliarden Euro.

Uniper hatte bereits Anfang März mitgeteilt, den Kredit für die vom russischen Energiekonzern Gazprom mitfinanzierte Ostsee-Pipeline vollständig abgeschrieben zu haben. Dabei ging es einschließlich Zinsen um knapp eine Milliarde Euro.

Verluste bei Speichermanagement

Außerdem wirkt sich Unipers Speichermanagement negativ auf das Ergebnis aus. Der Konzern hat sich dafür entschieden, im Voraus verkauftes Gas zunächst weiter in den Speichern zu belassen. Grund dafür ist der Rückgang der Gaspreise im März – auch wegen des warmen Wetters.

Stattdessen hat Uniper Gas am Markt zugekauft und dieses geliefert. Der Konzern kalkuliert damit, dass der Gaspreis im zweiten und dritten Quartal wieder steigt und er so mit dem noch eingespeicherten Gas mehr Gewinn erzielen kann.

Jahresprognose bestätigt

Dass Energiekonzerne die Abflüsse aus Gasspeichern zeitlich verschieben, ist nicht ungewöhnlich. Nicht immer hat dies aber Folgen für das Ergebnis. Im Gesamtjahr dürften sich die Auswirkungen aus heutiger Sicht auch bei Uniper ausgleichen. Das Management bestätigte seine Jahresprognose.

Der Krieg in der Ukraine wirke sich nur begrenzt auf das operative Ergebnis aus. Das Aus für Nord Stream 2 habe allerdings Folgen für den bereinigten Nettogewinn. Die Bundesregierung hatte die Zertifizierung der Gaspipeline schon kurz vor dem russischen Angriff auf die Ukraine auf Eis gelegt.

Weiter bis zu 1,3 Mrd. Euro Gewinn erwartet

Laut den vorläufigen Zahlen fiel vor Sondereffekten, Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) im ersten Quartal ein Verlust von 830 Millionen Euro an. Ein Jahr zuvor hatte hier noch ein Plus von 731 Millionen Euro gestanden.

Für 2022 rechnet Uniper weiterhin mit einem bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 1 bis 1,3 Milliarden Euro sowie mit einem bereinigten Jahresüberschuss von 0,8 bis 1,1 Milliarden Euro. (aba)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper