Größere Abschreibungen haben auf das Halbjahresergebnis des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall gedrückt. Während das bereinigte Ergebnis der ersten sechs Monate des Jahres bei recht stabilen 12,98 Milliarden schwedischen Kronen (rund 1,27 Mrd. Euro) lag, stand unter dem Strich ein Verlust von 1,59 Milliarden Kronen zu Buche, wie der in Solna bei Stockholm ansässige Konzern am Dienstag mitteilte.
Im Vorjahreszeitraum hatte Vattenfall noch einen Gewinn von 7,67 Milliarden Kronen eingestrichen. Der Nettoumsatz sank um sechs Prozent auf 79,44 Milliarden Kronen.
Niedrige Börsenstrompreise belasten
Das Halbjahresergebnis sei relativ stabil, wurde aber im zweiten Quartal unter anderem von niedrigen Stromgroßhandelspreisen gedrückt, erklärte Konzernchef Magnus Hall, der das Unternehmen verlassen wird. Gleichzeitig erlebe Vattenfall angespannte Marktbedingungen, besonders beim Strom aus fossilen Brennträgern. Dies komme nicht überraschend, resultiere aber in größeren Wertminderungen, darunter beim Kohlekraftwerk Moorburg in Hamburg.
Die Wertminderung des Steinkohlekraftwerks beziffern die Schweden auf 9,1 Milliarden Kronen, das sind umgerechnet rund 890 Mio. Euro. Mit welchem Wert die erst 2015 in Betrieb gegangene Doppelblockanlage mit insgesamt 1.600 Megawatt (MW) Leistung noch in den Büchern steht, wollte ein Vattenfall-Sprecher auf ZfK-Anfrage nicht sagen.
In Deutschland fünf Prozent niedrigere Stromnachfrage
Für Moorburg gibt es Überlegungen einer Brennstoffumstellung auf Gas oder Biomasse. Auch die Produktion von grünem Wasserstoff ist im Gespräch. Die weiteren Entscheidungen hingen aber von den künftigen politischen Rahmenbedingungen ab, so der Sprecher.
Die Stromnachfrage entwickelte sich in den Kernmärkten von Vattenfall unterschiedlich. In Deutschland und in den Niederlanden ging sie um jeweils fünf Prozent zurück. In Schweden um sieben Prozent, in Großbritannien um zehn Prozent.
Geschäft mit Haushaltskunden zeigt sich stabil
In Deutschland beliefert Vattenfall derzeit rund 3,9 Millionen Strom- und Gaskunden, sagte der Vattenfall-Sprecher der ZfK. Im Haushaltskundengeschäft habe der Konzern hierzulande im vergangenen Jahr bei der Kundenzahl einen Nettozuwachs verzeichnet. (hil/dpa)



