Vattenfall-Chefin Anna Borg sagte am Donnerstag: "Der Wertverlust von Kohlekraft ist eine natürliche Entwicklung, aber er hatte einen stark negativen Einfluss auf Vattenfalls Finanzergebnisse 2020."

Vattenfall-Chefin Anna Borg sagte am Donnerstag: "Der Wertverlust von Kohlekraft ist eine natürliche Entwicklung, aber er hatte einen stark negativen Einfluss auf Vattenfalls Finanzergebnisse 2020."

Bild: © Vattenfall

Der schwedische Energieversorger Vattenfall ist mit einem niedrigeren Gewinn als im Vorjahr ins Jahr 2022 gestartet. Angesichts von weiterhin hohen und sprunghaften Strompreisen sowie rekordhohen Preisdifferenzen in Skandinavien erwirtschafteten die Schweden im ersten Quartal des laufenden Jahres einen Überschuss von unter dem Strich rund 6,1 Milliarden schwedischen Kronen (rund 587 Millionen Euro) nach 10,4 Milliarden Kronen im Vorjahreszeitraum.

Wie der Konzern am Freitag mitteilte, stieg der Nettoumsatz dabei kräftig um 30 Prozent auf knapp 59,6 Milliarden Kronen (5,8 Mrd. Euro).
 

Der Ukraine-Krieg und die damit verbundene Volatilität am Markt stellten das europäische Energiesystem vor Herausforderungen, erklärte Vattenfall-Chefin Anna Borg. Der Krieg sei vor allem eine humanitäre Katastrophe, darüber hinaus wirke er sich auf den Energiemarkt aus, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Die offensichtlichste Auswirkung seien dabei höhere Gas- und Strompreise.

Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland

Als direkte Folge des russischen Einmarsches in die Ukraine hat Vattenfall beschlossen, den Kauf von Kohle und Kernbrennstoffen aus Russland einzustellen. Auf EU-Ebene gebe es zudem breite Diskussionen darüber, den Import von russischem Gas zu stoppen. Vattenfall importiere zwar kein Gas, kaufe es aber an den Marktknotenpunkten in Europa, sagte Borg.

In Deutschland hat Vattenfall zum Jahresstart einen starken Kundenzuwachs beobachtet. Zudem sei die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge ausgebaut worden. Vattenfall werde in Zeiten großer Marktunsicherheiten von Verbrauchern als stabiler, verlässlicher Versorger betrachtet, sagte Borg.

Nach einem in finanzieller Hinsicht außergewöhnlichen Jahr 2021 rechnet Borg nun damit, dass 2022 wieder etwas normaler werde. «2021 war für uns ein Rekordjahr mit vielen Einmaleffekten», sagte sie. Zu diesen Effekten zählten unter anderem Kompensationszahlungen für den deutschen Atomausstieg sowie der Verkauf des Stromnetzes Berlin. (dpa/hoe)

 

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