Vattenfall-Zentrale in Solna, Schweden

Vattenfall-Zentrale in Solna, Schweden

Bild: © Elisabeth Redlig/Vattenfall

Nach dem Verkauf seiner Braunkohlesparte sieht der schwedische Energiekonzern Vattenfall Deutschland dennoch als wichtigen Erzeugungsstandort. "Wir wollen auch in Deutschland ein großer Energieproduzent bleiben", sagte Vattenfall-Vorstandschef Magnus Hall der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Dabei sei der Energieträger Erdgas nur eine Zwischenlösung etwa bei den Kraftwerken in Berlin.

"Wir sehen uns nach anderen Energiequellen um, etwa Restwärme und Abwärme von Industrieanlagen oder Datenverarbeitungszentren", erläuterte Hall. Zu den Überlegungen gehöre auch der Einsatz von Holzpellets. "Da sind wir noch in einem frühen Stadium, weil die Rahmenbedingungen noch nicht klar sind, so wissen wir nicht, wie groß die Liefermöglichkeiten für Pellets sein werden", ergänzte der Manager.

Windstrom für Wärme nutzen

Für Deutschland sprach Hall von einer mehrstufigen Strategie seines Unternehmens. "Die erste Stufe ist die Schließung der Produktion mit Kohle, wobei diese zunächst durch Gas ersetzt wird." Dann müssten neue Technologien eingesetzt werden. Dazu gehörten zum Beispiel große Wärmepumpen. In Berlin investiere Vattenfall zudem in Europas größte Power-to-Heat-Anlage: "Wenn die Preise für Strom günstig sind, etwa durch viel eingespeisten Windstrom, dann nutzen wir das, um Wärme zu produzieren, die dann in großen Tanks gespeichert wird. Das ist eine effiziente und wirtschaftlich günstige Form, Energie zu speichern."

Der Vattenfall-Chef bekräftigte: "Unser Ziel ist es, innerhalb einer Generation Strom und Wärme ohne fossile Energien zu erzeugen, das heißt etwa bis zum Jahr 2040." Die Umstellung der Energieversorgung biete auch in Deutschland Chancen für neue Arbeitsplätze.

Mehr Arbeitsplätze in der Forschung und Produktentwicklung

"Wir verringern Personal in den Verwaltungseinheiten. Zugleich expandieren wir in der Forschung und Produktentwicklung wie Solarstromerzeugung oder Wärmeversorgungssysteme für neue Wohnbezirke, die nicht an das bestehende Fernwärmesystem angeschlossen werden können", sagte Hall. "Kurzfristig kann es Abbau geben, aber langfristig ist unsere Absicht, zu wachsen." Derzeit sind rund 6500 Menschen bei Vattenfall in Deutschland beschäftigt. Vor zehn Jahren waren es mit dem Braunkohlegeschäft in der Lausitz noch etwa 21.000 Mitarbeiter. (dpa/hcn)

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