Vor dem Beginn der Auszahlungen aus den Energiepreisbremsen an Verbraucher sichern Kommunal- und Energiewirtschaft eine gewissenhafte Umsetzung zu. "Selbst im Falle einer ungewollten Verzögerung ist unterm Strich klar: Alle Verbraucherinnen und Verbraucher werden ihre finanzielle Entlastung erhalten", versprach der Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), Ingbert Liebing, am Donnerstag in Berlin.
Die Gas- und Wärmepreisbremse greift für Großverbraucher seit dem Januar, für Privathaushalte und kleine Firmen dann ab März - mit einer rückwirkenden Entlastung für die Monate Januar und Februar.
Die Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Kerstin Andreae, sprach von einer Mammutaufgabe, an der Energieversorger und IT-Dienstleister mit Hochdruck arbeiteten. Die Umsetzung sei komplex, weshalb es in einigen Fällen zunächst zu Verzögerungen oder Fehlern kommen könne, die aber schnellstmöglich korrigiert würden.
So müssten verschieden Vertragsarten ebenso berücksichtigt werden wie Sonderfälle wie Umzüge oder Kündigungen neben unterschiedlichen Regelungen für Strom und Gas. "Fest steht: Jede Kundin und jeder Kunde wird die ihnen zustehende Entlastung in voller Höhe erhalten", sagte Andreae zu.
VKU: keine Verzögerung über März hinaus
Auch der VKU kündigte an, bei der Berechnung der exakten Höhe der Entlastung könne es zu leichten Verzögerungen kommen, betonte dass mit einer Verzögerung von Gutschriften über März hinaus im Moment nicht zu rechnen sei.
Oft müssten individuelle Lösungen für die Abrechnungs-Programme der Stadtwerke vor Ort gefunden werden: "Es gibt keine One-size-fits-all-Lösung", so Liebing. Energieversorger müssten zahlreiche Tarifkonstellationen und viele Ausnahmefälle beachten.
Neues System für Entlastungszahlungen gefordert
Die zwei Monate zur Umsetzung der Entlastungen seien sehr knapp bemessen gewesen, so der BDEW. Die Kundenanfragen bei Energieversorgern seien drastisch angestiegen, oft reichten die Beratungskapazitäten in den Kundencentern nicht mehr. Es sei "ein absolutes Novum", dass die Bundesregierung einer Branche Aufgaben überträgt, die eigentlich zum klassischen Kernbereich des Staates gehörten, sagte Andreae. "Der Staat muss jedoch schleunigst ein System schaffen, um selbst staatliche Unterstützung in Form von finanziellen Entlastungen an die Bürgerinnen und Bürger zielgerichtet und schnell auszahlen zu können." (dpa/pfa)


