Am Wasserkraftwerk Jochenstein bei Passau nimmt der Verbund eine Ladesäule in Betrieb.

Am Wasserkraftwerk Jochenstein bei Passau nimmt der Verbund eine Ladesäule in Betrieb.

Bild: © Verbund

Der österreichische Energiekonzern Verbund will mit einem Entlastungspaket die deutlich gestiegenen Endkundenpreise abfedern. Der Energieversorger hatte die Strom- und Gaspreise zu Beginn des Monats angepasst.

Alle Haushalts- und Gewerbekunden, die von der Preiserhöhung betroffen sind, erhalten bei der nächsten Abrechnung den Strompreis für zwei Monate automatisch gutgeschrieben. Der Bonus bezieht sich rein auf den Energieteil des Preises, Steuern, Netzkosten, Abgaben und Umlagen sind nicht betroffen.
 

Gar für vier Monate wird der Strompreis Menschen erstattet, die bereits jetzt auf staatliche Unterstützung angewiesen und daher von den gestiegenen Energiepreisen besonders betroffen sind. Einen vergünstigten Bonustarif erhalten zudem die Bestandskunden, deren Strompreis sich aufgrund der preisindexierten Preisänderung besonders stark erhöht hat.

Haushalt zahlt seit Mai durchschnittlich 21 Euro mehr pro Monat

Die zu Monatsbeginn vorgenommene Preiserhöhung basiert laut Pressemitteilung auf den von der Österreichischen Energieagentur ermittelten und veröffentlichten Indizes für Strom (ÖSPI) und Gas (ÖGPI) . 

Für Endverbraucher mit normalem Energieverbrauch haben sich die jährlichen Energiekosten somit bei einer Belieferungsmenge von 3.500 kWh Strom um durchschnittlich rund 240 Euro erhöht, bei einer jährlichen Belieferungsmenge von 15.000 kWh Gas um durchschnittlich rund 900 Euro. Bereits vor Inkrafttreten der Preisänderung wurde den Bestandskunden ein Bonus von 30 Euro gewährt.

Indexklauseln werden überprüft

Verbund kündigte  zudem an, die Indexklauseln in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die sich aufgrund der anhaltend hohen Börsenpreise immer mehr auf die Energiepreise der Kunden auswirken, zu evaluieren und alternative Klauseln prüfen.

Der mehrheitlich staatliche Konzern hatte Anfang Mai über ein Zehntel seines Börsenwertes verloren. Auslöser waren Andeutungen des österreichischen Bundeskanzlers Karl Nehammer, angesichts der hohen Gewinne einiger Energieversorger in der Alpenrepublik, eine staatliche Gewinnabschöpfung zu prüfen.

Ob die jüngste Initiative des Verbunds damit zusammenhängt, ist spekulativ. Der Bundeskanzler lobte am Dienstag den Beitrag des Energieversorgers zur Entlastung der Verbraucher.

Verbund schlägt Sonderdividende für das Geschäftsjahr 2022 vor

Das Unternehmen gab gestern außerdem bekannt, der Hauptversammlung 2023 eine Sonderdividende in Höhe von 400 Mio. Euro vorzuschlagen. Durch die einmalige Sonderdividende sollen die Aktionäre an der erwarteten außerordentlich positiven Geschäftsentwicklung des Konzerns für das laufende Geschäftsjahr 2022 auch durch eine erhöhte Ausschüttung teilhaben, heißt es.

Auf Basis der Ausschüttungsquote des Vorjahres und des Mittelwertes der aktuellen Ergebnisprognose würde die Gesamtdividende für das Geschäftsjahr 2022 insgesamt rund 1,2 Mrd. Euro betragen. (hoe)
 

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