Mit separaten Grundversorgungstarifen und Ablehnung von Neukunden in der Ersatzversorgung betreten viele Unternehmen zurzeit rechtliches Neuland.

Mit separaten Grundversorgungstarifen und Ablehnung von Neukunden in der Ersatzversorgung betreten viele Unternehmen zurzeit rechtliches Neuland.

Bild: © Ben White/Unsplash

Die stark gefallenen Großhandelspreise für Strom und Gas wirken sich zunehmend auf die Endkundenmärkte aus. Habe eine Kilowattstunde Strom für Neukunden Mitte Oktober noch 56 Cent gekostet, seien es derzeit knapp 43 Cent, rechnet das Vergleichsportal Verivox vor.

Im selben Zeitraum habe sich die Strom-Grundversorgung um 27 Prozent verteuert – von 37 auf 47 Cent pro kWh.

"2022 stand der Energiemarkt Kopf"

Noch stärker fielen die Gaspreise. Habe eine Kilowattstunde Gas für Neukunden Anfang September durchschnittlich noch rund 40 Cent gekostet, seien es aktuell rund 14 Cent, teilt Verivox mit. In der Gas-Grundversorgung dagegen seien die Preise im gleichen Zeitraum im Schnitt von 13 auf 18 Cent pro kWh gestiegen.

"2022 stand der Energiemarkt Kopf, die normalerweise teure örtliche Grundversorgung war fast durchgehend günstiger als die Neukundentarife überregionaler Versorger", wird Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox, zitiert. "Nun kehrt sich das Verhältnis wieder um."

Stadtwerke Pfarrkirchen mit Strom-Spitzenwert

Dabei haben viele Versorger ihre Neukundenakquise weiterhin ausgesetzt. Zudem sind Neukundentarife bei weitem nicht überall gegenüber Grundversorgungstarifen konkurrenzfähig oder gar günstiger. Im niederbayerischen Pfarrkirchen kostet die Kilowattstunde Strom beispielsweise noch immer lediglich 28 Cent pro kWh – laut Dienstleister Enet ein bundesweiter Spitzenwert. Im brandenburgischen Perleberg verlangt der örtliche Grundversorger PVU gerade einmal neun Cent pro kWh Gas.

Das Anbieterfeld bei den beiden gängigen Vergleichsportalen Verivox und Check 24 stabilisierte sich in den vergangenen Tagen. Verivox listete für das Versorgungsgebiet Berlin am Freitag 36 Stromangebote, bei Check 24 waren es 43. Ganz vorne lagen zumeist klassische Discountermarken wie Grünwelt Energie und Spar-Fuxx (Check 24) sowie Eprimo und Elektrizität Berlin (Verivox).

Weniger Angebote bei Gas

Weniger Angebote wiesen die beiden Vergleichsportale im Gasbereich auf. Check 24 führte am Freitag 24 Angebote und Verivox  26. Auffällig dabei: Noch bleiben Unternehmen, die unterhalb der staatlichen Preisbremsen von 40 Cent pro kWh Strom und zwölf Cent pro kWh Gas anbieten, die absolute Ausnahme. (aba)

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