Das Geschäftsjahr 2021 der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV) stand stark unter dem Einfluss der Corona-Pandemie. Besonders betroffen war das Geschäftsfeld Mobilität, in dem die Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) sinkende Fahrgastzahlen und damit zurückgehende Einnahmen aus Fahrkartenverkäufen verkraften musste, wie der kommunale Versorger mitteilt.
"2021 war unter den Einflüssen der Corona-Pandemie für die Unternehmen des DVV-Konzerns erneut ein herausforderndes Geschäftsjahr", sagt Marcus Wittig, Vorsitzender der DVV-Geschäftsführung und zugleich Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Duisburg und Vorstandsvorsitzender der DVG. So blieb für die DVV als Holding für das Geschäftsjahr 2021 ein Verlust in Höhe von 14,7 Mio. Euro. Das Gesamtergebnis des Konzerns liegt bei -0,9 Mio. Euro.
Steuerersparnisse durch Querverbund
Durch den steuerlichen Querverbund im DVV-Konzern, über den die Gewinne aus der Energieversorgung mit den Verlusten aus dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) verrechnet werden, profitiert demnach die Stadt Duisburg als Alleingesellschafterin: So konnte die Stadt im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt 17,59 Mio. Euro an Steuerersparnissen erzielen.
Hinzu kommen Konzessionsabgaben, für das Recht, Versorgungsleitungen im städtischen Boden zu verlegen und zu betreiben. 28,5 Mio. Euro sollen hierfür direkt von den DVV-Unternehmen an die Stadtkasse gezahlt werden.
Eine Milliarde Euro in fünf Jahren
Auch die Investitionen im Jahr 2021 waren erheblich: Zusammen brachten es die Stadtwerke Duisburg (32,9 Mio. Euro) und die DVG (21,7 Mio. Euro) auf mehr als 50 Mio. Euro. Spitzenreiterin war auch in diesem Jahr die Netze Duisburg mit Investitionen in Höhe von 66,6 Mio. Euro. In den kommenden fünf Jahren wollen die DVV-Unternehmen fast eine Milliarde Euro investieren.
Ein Großteil der Investitionen von 2022 bis einschließlich 2026 entfällt auf die Erneuerung und den Ausbau der Versorgungsnetze, auch durch die Erschließung neuer Quartiere wie in Wedau oder am Angerbach. Auch im Geschäftsfeld Mobilität werden dreistellige Millionenbeträge investiert.
Neues Hochleistungsrechenzentrum
Hinzu kommt der Ausbau der digitalen Infrastruktur in Duisburg. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat die DVV ein Hochleistungsrechenzentrum als eines der ersten Projekte im neuen Technologie-Campus in Wedau-Nord in Betrieb genommen. Außerdem baut die DCC Duisburg CityCom ihr eigenes Glasfasernetz deutlich aus.
"Hochgeschwindigkeitsinternet und eine außerordentlich große Verfügbarkeit von schneller Rechenleistung sind wichtige Standortfaktoren für einen Wirtschaftsstandort, aber auch für alle Bürgerinnen und Bürger. Deshalb erweitern wir hier stetig unser Angebot", erklärt Marcus Vunic, Geschäftsführer Recht und Digitalisierung der DVV.
80 Prozent mobile Arbeit
Die Corona-Pandemie hat auch die tägliche Arbeitspraxis im DVV-Konzern verändert: Neue Betriebsvereinbarungen ermöglichen weiten Teilen der Belegschaft flexible Arbeitsmodelle mit bis zu 80 Prozent mobiler Arbeit. "Für uns und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat sich das in der Pandemie absolut bewährt. Als Arbeitgeber macht uns das attraktiv und viele Beschäftigte schätzen die Flexibilität, die sie dadurch gewinnen, sehr", sagt Arbeitsdirektor Axel Prasch.
4309 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben über alle Konzerngesellschaften hinweg zum Geschäftsjahr beigetragen. Hinzu kommen 103 Auszubildende in den drei Lehrjahren. "Wir erleben heute bei der Suche nach Fachkräften, wie die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt Jahr für Jahr wächst", so Prasch. "Durch eine umfassende und gute Ausbildung können wir einen Teil der benötigten Fachkräfte von morgen bereits heute selbst ausbilden und an uns binden". (jk)



