Der Eon-Konzern ist mit stabilen Zahlen in das neue Geschäftsjahr gestartet. "Wir haben in den ersten drei Monaten in allen Geschäftsfeldern ein operatives Ergebnis erzielt, das unseren Erwartungen entspricht", sagte Finanzvorstand Marc Spieker bei der Vorstellung der Zahlen des ersten Quartals.
Das bereinigte Ebitda lag mit rund 2,7 Milliarden (Mrd.) Euro um 30 Millionen (Mio.) Euro leicht über dem Vorjahreswert. Der Konzern führt das vor allem auf investitionsgetriebenes Wachstum und operative Verbesserungen zurück. Der bereinigte Konzernüberschuss betrug rund 1 Mrd. Euro und lag damit etwa auf dem Niveau des Vorjahresquartals.
Netzgeschäft mit Einbußen
Die einzelnen Geschäftsfelder performten dabei unterschiedlich. Das bereinigte Ebitda des Bereichs Energy Networks etwa sank leicht gegenüber dem Vorjahresquartal von 1,9 auf jetzt rund 1,8 Mrd. Euro. Für das Gesamtjahr rechnet Eon im Netzgeschäft aber mit einem höheren Ergebnis als 2023.
Auch das Ergebnis des Geschäftsfelds Energy Infrastructure Solutions ging zurück: um knapp 50 Mio. auf rund 160 Mio. Euro. In dem Bereich fasst der Konzern alle Aktivitäten zur Dekarbonisierung der Energieversorgung von Geschäftskunden, Städten und Gemeinden zusammen. Der Rückgang erfolge erwartungsgemäß. Das Ebitda des Vorjahresquartals sei von positiven Einmaleffekten geprägt gewesen. Für das gesamte Jahr 2024 wird ein ebenfalls höheres Ergebnis erwartet.
Gutes Geschäft auf der Insel
Dagegen legte der Vertrieb von Strom und Gas sowie Privatkundenlösungen (Energy Retail) um rund 240 Mio. auf mehr als 860 Mio. Euro zu. Grund dafür sei vor allem die gute Geschäftsentwicklung in Großbritannien. Aufgrund ausbleibender positiver Einmaleffekte im laufenden Jahr prognostiziert Eon hier eine Ergebnisnormalisierung.
An der Prognose für das laufende Geschäftsjahr halte Eon vor diesem Hintergrund unverändert fest, betonte Finanzchef Spieker weiter. 2024 erwartet der Konzern ein bereinigtes Ebitda zwischen 8,8 und 9,0 Mrd. Euro sowie einen bereinigten Konzernüberschuss von 2,8 bis 3,0 Mrd. Euro. Bezogen auf die Eon-Aktie würde das einem Ergebnis zwischen 1,07 und 1,15 Euro entsprechen.
Investitionen steigen "massiv"
Ebenso festgehalten werde an dem Investitionsplan. Rund 1,3 Mrd. Euro investierte der Konzern alleine in den ersten drei Monaten – ein Plus von 25 Prozent. Das meiste davon, mit knapp 1 Mrd. Euro, in Neuanschlüsse für Erneuerbare-Energien-Anlagen und in die Modernisierung und Digitalisierung der Netzinfrastruktur.
Für das Gesamtjahr kalkuliert Eon weiterhin mit Investitionen von 7,2 Mrd. Euro. 2023 waren es noch 6,4 Mrd. Euro. Bis zum Jahr 2028 sollen europaweit insgesamt 42 Mrd. Euro investiert werden.
Die Investitionen würden massiv ausgeweitet, führte Spieker aus. "Unsere Netze spielen dabei eine Schlüsselrolle und versprechen langfristiges, grünes Wachstum in einem regulierten Umfeld." Doch der Konzern möchte künftig insbesondere mit seinen Energieinfrastrukturlösungen "noch stärker von der notwendigen Dekarbonisierung von Städten und Industrien profitieren". (dz)
