Der Leipziger Gaskonzern VNG hat 49 Prozent seiner Biogastochter Balance Erneuerbare Energien an CVC DIF, die Infrastruktursparte des Vermögensverwalters CVC, veräußert. Die Investition werde durch den von CVC DIF verwalteten Infrastrukturfonds DIF Infrastructure VII (DIF VII) getätigt, heißt es in einer Mitteilung.
Mit Hilfe der Partnerschaft wolle man das Wachstum von Balance weiter vorantreiben. Ziel sei es, die führende Biogasplattform in Deutschland zu werden. Mit dem Verkauf der Minderheitsbeteiligung bleibt VNG Mehrheitsgesellschafterin. Balance werde weiterhin im VNG-Konzern vollkonsolidiert, heißt es aus Leipzig. Über die weiteren Details der Transaktion haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart.
Balance verfügt derzeit über ein Portfolio von 42 Anlagen in Nord- und Ostdeutschland. Damit zählt das Unternehmen zu den größten Biogasanlagenbetreibern in Deutschland und kann jährlich mehr als 180.000 Haushalte mit grüner Energie beliefern.
Balance soll weiter wachsen
VNG-Chef Ulf Heitmüller betont in der Mitteilung, dass man mit CVC DIF einen Partner gewonnen habe, der eine große Expertise darin mitbringe, seine Finanzinvestments durch aktive Wertschöpfungsarbeit auf dem Wachstumspfad zu begleiten. "Gemeinsam können wir das Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit von Balance weiter stärken und im Sinne unserer Konzernstrategie VNG 2030+ unser Grüngasportfolio perspektivisch erweitern."
Gijs Voskuyl, Managing Partner von CVC DIF, ist überzeugt, dass Biogas ein zentraler Bestandteil der Dekarbonisierung der Energiewirtschaft ist. Es gebe regulatorischen Rückenwind, den man nutzen wolle, um weiter zu wachsen. Balance sei ein "qualitativ hochwertiges Investment", das den Investoren stabile Renditen ermögliche. Der Vollzug der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständigen Kartellbehörden.
VNG will im großen Stil investieren
Die VNG blickt insgesamt auf ein gutes Geschäftsjahr 2024 zurück. Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern belief sich auf 321 Millionen Euro. Das Konzernergebnis lag bei 232 Millionen Euro – beide Kennzahlen blieben allerdings hinter den Rekordwerten von 2023 zurück. Der Umsatz sank infolge gesunkener Marktpreise von 23,2 Milliarden Euro auf rund 16,1 Milliarden Euro.
Finanzchef Bodo Rodestock spricht von "sehr guten Ergebnissen aus den Jahren 2023 und 2024". Auf diesem stabilen Fundament wolle man aufbauen. Bis zu fünf Milliarden Euro will die VNG bis 2030 in Mittel- und Ostdeutschland investieren – allerdings nur, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Im laufenden Jahr sollen laut Rodestock 329 Millionen Euro über alle Geschäftsbereiche hinweg in die Hand genommen werden. (amo)



