Die Konzernzentrale von Enercity in Hannover

Die Konzernzentrale von Enercity in Hannover

Bild: © Enercity/Franz Bischof

Übernahmen, Fusionen, Kooperationen, Neugründungen: Im kapitalintensiven Contracting-Markt ist aktuell viel Bewegung. Das jüngste Beispiel: Die Enercity Contracting aus Hannover und der Bremer Energiekonzept-Anbieter "Stadt.Energie.Speicher" wollen ihre Kompetenzen bündeln. Im Fokus steht dabei die Wärmeversorgung von Quartieren, Städten und Kommunen. Dazu gründen sie das gemeinsame Tochterunternehmen "EnerSes Wärme" mit Sitz in Hamburg. Beide Unternehmen sind jeweils zu 50 Prozent beteiligt. Das Bundeskartellamt muss der Transaktion noch zustimmen. Beim Contracting übernimmt ein Anbieter die Planung, den Bau, den Betrieb und die Finanzierung einer Energieanlage und erhält dafür eine laufende Vergütung von dem jeweiligen Nutzer.

Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit stehen Großwärmepumpen mit einer thermischen Leistung von mehr als 500 kW (Kilowatt). Sie sollen Nah- und Fernwärmenetze mit erneuerbaren Energien versorgen und dazu beitragen, bestehende Wärmeversorgungsanlagen deutschlandweit zu transformieren. Enerses Wärme soll außerdem neue Wärmeprojekte entwickeln und Stadt- und Gemeindewerke, Kommunen sowie die Immobilienwirtschaft bei der Umstellung bestehender Wärmenetze auf fossilfreie Wärme unterstützen.

sDie Partner am Fuße eines Klimaturms (von links): Sascha Brandt (Leiter Vertrieb Nord Enercity Contracting), Nils Schnorrenberger (Geschäftsführer Stadt.Energie.Speicher), Stephan Schick (Prokurist Enercity Contracting/Geschäftsführer Enerses Wärme), Tobias Werner (Geschäftsführer Stadt.Energie.Speicher sowie Enerses Wärme), Manfred Schüle (Geschäftsführer Enercity Contracting), Roberto Schippmann (kaufmännische Geschäftsleitung Stadt.Energie.Speicher).  Bild: © Stadt.Energie.Speicher

Strom in günstigen Zeiten nutzen

Das Unternehmen soll die langjährige Erfahrung von Enercity Contracting bei der Umsetzung und im Betrieb von Wärmeversorgungslösungen mit dem Energiekonzept-Know-how von "Stadt.Energie.Speicher" verbinden, heißt es in der Pressemitteilung. Dazu gehörten Großwärmepumpen, Wärmespeicher und eine intelligente, am Strommarkt ausgerichtete Betriebsregelung. So sollen günstige Strombezugszeiten genutzt und Wärme bedarfsgerecht bereitgestellt werden.

"Gemeinsam wollen wir konkrete Projekte für bestehende und neue Wärmenetze entwickeln", erklärt Manfred Schüle, Geschäftsführer von Enercity Contracting.

"Klimaturm" in Hannover wird das erste Projekt

"Entscheidend ist nicht allein, welche Großwärmepumpe wir bauen, sondern auch, wann sie läuft. Wenn wir Großwärmepumpen, Speicher und eine intelligente Betriebsregelung zusammenbringen, können wir günstige Strombezugszeiten nutzen und Wärme dann bereitstellen, wenn sie gebraucht wird", ergänzt Tobias Werner, Geschäftsführer von Stadt.Energie.Speicher.

Als eines der ersten gemeinsamen Projekte planen die Partner, den von Towergy entwickelten "Klimaturm" in eine bestehende Nahwärmeversorgung in Hannover einzubinden. Towergy ist ein Tochterunternehmen von "Stadt.Energie.Speicher"; der Klimaturm wurde zur Integration von Großwärmepumpen in dicht bebaute Quartiere entwickelt.

Contracting ist ein sehr kapitalintensives Geschäft. Um hier erfolgreich zu sein, ist eine kritische Größe erfolgsentscheidend, wie Rheinenergie-Chef Andreas Feicht vor wenigen Monaten in einem ZFK-Interview ausführte.

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Der Markt befindet sich aktuell in einer Konsolidierungsphase. In den vergangenen Monaten hat beispielsweise die Rheinenergie das komplette Contracting-Portfolio von EnBW übernommen, im Frühjahr hatte EWE seine auf Wärme-Contracting spezialisierte Tochter WCG an den britischen Investor Pioneer Point Partners verkauft. Vor Kurzem hat außerdem Elevion Techem Solutions übernommen und ist damit nach eigenen Angaben zum zweitgrößten Wärmecontracting-Anbieter in Deutschland geworden.


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