Gerade mit eigenem Elektro-Auto wird ein dynamischer Stromtarif interessant.

Gerade mit eigenem Elektro-Auto wird ein dynamischer Stromtarif interessant.

Bild: © Halfpoint/AdobeStock

Dynamische Stromtarife werden zunehmend bekannter: 2026 gibt mehr als die Hälfte der befragten Erwachsenen an, das Produkt zu kennen. 2024 waren es noch 38 Prozent. Das zeigt eine aktuelle repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag der Smart-Meter-Initiative (SMI) von den Stromanbietern Octopus Energy, Ostrom, Tibber und Rabot Energy.

Drei Prozent der Befragten geben an, einen entsprechenden Tarif bereits zu nutzen – und weitere 15 Prozent sagen, dass sie das künftig möchten. 

Dynamische Stromtarife werden bekannter

Die Voraussetzung für den Tarif ist ein Smart Meter, der laut Bundesnetzagentur nur bei 5,9 Prozent aller Messlokationen eingebaut ist (Stand: 30. Juni 2026). "Die Diskrepanz zwischen dem bisher erreichten Smart-Meter-Rollout in Deutschland und der Nachfrage nach optimiertem Stromverbrauch wird in unserer Umfrage deutlich", sagt Matthias Martensen, CEO von Ostrom und Mitgründer der Smart-Meter-Initiative. "Ein knappes Fünftel der Befragten hat einen dynamischen Stromtarif oder würde gerne einen abschließen. Aber nur knapp sechs Prozent der Haushalte haben das dafür nötige Smart Meter."

Argumente für Smart Meter Light

Die SMI unterstützte deshalb die Ankündigung der Bundesregierung aus dem Juli, ein im Funktionsumfang reduziertes Smart Meter Light einzuführen. "Mit vereinfachten und günstigeren Zählern könnten Haushalte ohne Großverbraucher, wie Wallbox oder Wärmepumpe, trotzdem von günstigem Strom durch dynamische Stromtarife profitieren und gleichzeitig mehr Kontrolle über ihren Stromverbrauch gewinnen", sagt Martensen.

An der Einführung einer zusätzlichen eigenständigen Smart-Meter-Light-Geräteklasse gibt es in der Branche auch Kritik. Das Stadtwerke-Gemeinschaftsunternehmen Smartoptimo, das von den Stadtwerken Münster und Osnabrück gegründet wurde, hält eine neue Geräteklasse nicht für nötig. Stattdessen plädiert es dafür, die bestehende Smart-Meter-Gateway-Infrastruktur und die 1:n-Technologie zu nutzen, bei der ein Gateway mehrere Zähler ausliest. Damit ließen sich die Ziele einer günstigen Lösung nach Darstellung des Unternehmens schneller und ohne neue Parallelstrukturen erreichen. Eine Vergleichsrechnung der Stadtwerke Flensburg kommt zudem zu dem Ergebnis, dass ein Vollrollout trotz höherer Anfangsinvestitionen langfristig wirtschaftlicher sein kann.

Wissenslücke bei Technologie schließt sich nur langsam

Die SMI stellt anhand der Umfrageergebnisse aus den vergangenen zwei Jahren außerdem einen stetigen, aber weiterhin langsamen Anstieg beim Wissen der Deutschen über die smarten Zähler fest: 39 Prozent geben an, über Smart Meter Bescheid zu wissen. Im Vergleich zu 2024 sind das 9 Prozentpunkte mehr. Unter diesen Befragten wissen immer mehr, wo die smarten Geräte bestellt werden müssen: Rund ein Drittel (35 Prozent) geben den Messstellenbetreiber als richtige Anlaufstelle für die Bestellung von Smart Metern an. Die Mehrheit glaubt aber weiterhin fälschlicherweise, der Stromanbieter (40 Prozent) oder der Vermieter bzw. die Hausverwaltung (13 Prozent) sei dafür zuständig.

Darüber hinaus zeigt die Umfrage laut SMI, dass die Haushalte zunehmend zu aktiven Teilnehmern der Energiewende werden. Fast 30 Prozent der Befragten geben an, eine für die Energiewende taugliche Technologie zu besitzen. Dazu zählen steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie eine Wärmepumpe oder eine Wallbox, aber auch PV-Anlagen oder Balkonkraftwerke. "Dynamischer Stromverbrauch ist in Deutschland kein Nischenthema mehr", sagt Martensen. "Das Problem ist nicht die mangelnde Nachfrage, sondern weiterhin der schleppende Smart-Meter Rollout." Stromanbieter, Messstellenbetreiber und Bundesregierung könnten nur gemeinsam dafür sorgen, endlich mehr Tempo in den Rollout zu bekommen.

Umfragemethodik der SMI-Befragung

Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov-Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Seit der Gründung der SMI 2024 wird jährlich der Wissensstand in der deutschen Bevölkerung zu Smart Meter und dynamischen Stromtarifen erhoben. Im Oktober 2026 wurde die Trendstudie zum dritten Mal durchgeführt. Für diese Befragung wurden im Zeitraum vom 09. Oktober bis zum 12. Oktober 2026 insgesamt 2043 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren. Quelle: SMI

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