Thüringen, Eischleben: Verdichterstation des Erdgasversorgers Wingas.

Thüringen, Eischleben: Verdichterstation des Erdgasversorgers Wingas.

Bild: © Martin Schutt/dpa

Die europäischen Gaspreise haben seit einigen Tagen angezogen, auch gestern setzte sich die Aufwärtsbewegung fort. Am niederländischen Handelspunkt TTF notierte der Day-Ahead-Preis gegen Mittag bei 34,30 Euro pro MWh, ein Plus von knapp vier Prozent gegenüber dem Vortag. Vor zehn Tagen hatte er noch bei rund 29,60 Euro gelegen. Am Terminmarkt  legte der Kontrakt Cal-25 zeitweilig auf 38,62 Euro zu, schwächte sich dann aber wieder leicht ab.

Die jüngsten Preisbewegungen haben verschiedene Gründe. Zum einen sorgt die Unsicherheit bei der Versorgungslage norwegischer Gaslieferungen offenbar für ein "gewisses Unbehagen im Markt", heißt es im Wochenbericht der Handelsabteilung der Stadtwerke Heidenheim.

Gezielte Angriffe auf ukrainische Energieinfrastruktur

Aber auch neuerliche Probleme bei Freeport LNG hätten die Risikoprämien auf den Terminkontrakten jüngst wieder ansteigen lassen. Hinzukommen Sorgen vor einem Angriff auf eine der wichtigsten Gaspipelines im ukrainischen Sudzha-Gebiet, durch die russisches Gas nach Europa fließt.

Das russische Militär hatte in den vergangenen Wochen gezielt große Teile der ukrainischen Energieinfrastruktur angegriffen.

LNG-Importanstieg in China

Auf der anderen Seite sorgten eine schwachen Nachfrage in Europa sowie hohe Speicherfüllstände (67 Prozent EU, 71 Prozent Deutschland) und zuträgliche Temperaturprognosen für die kommenden Wochen für komfortable Fundamentaldaten. Jedoch sind auch die LNG-Exporte weiter fallend. Auch für die kommenden Monate wird ein weiterer Rückgang erwartet. Parallel dazu verzeichnete zuletzt vor allem China einen Anstieg der LNG-Importe.

Die gestiegenen Gaspreise schlugen sich am Dienstag auch auf den Strommärkten wieder. Das Frontjahr durchbrach an der Börse EEX erstmals seit fünf Monaten wieder die 100-Euro-Marke. Das erste Quartal 2025 notierte sogar bei 112 Euro pro MWh.

Kurse könnten weiter steigen

Am Dienstag waren Wind- und Solarstromproduktion deutlich eingebrochen. In der Folge wurde die Stromproduktion auch für fossile Energieträger wieder attraktiver. Zudem schnellten bereits in den Vortagen die CO2-Preise nach oben, was die Verstromung fossiler Energieträger zusätzlich verteuert.

Die Kurse könnten in nächster Zeit weiter steigen. Die Handelsexperten der Stadtwerke Heidenheim bewerten den weiteren Ausblick sowohl für den Gas- als auch für den Strommarkt mit bullish. (hoe/aba)

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