Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) wollen in den nächsten zehn Jahre 1,4 Milliarden Euro in neue Fahrzeuge investieren.

Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) wollen in den nächsten zehn Jahre 1,4 Milliarden Euro in neue Fahrzeuge investieren.

Bild: © KVB

Von Pauline Faust

Die Stadtwerke Köln sind mit neun Milliarden Euro das deutsche Stadtwerk mit dem höchsten Umsatz und bislang auch immer ein zuverlässiger Gewinnbringer für den städtischen Eigentümer. Trotzdem könnte das kommunale Unternehmen schon ab 2027 in Minus rutschen, warnt die Geschäftsführung. Gründe sind die Finanzierung der Energiewende und des ÖPNV.

Eine wichtige Einnahmequelle für den Querverbund sind die Gewinnausschüttungen der Rheinenergie, an der die Stadtwerke drei Viertel der Anteile halten. Der Stadtwerke-Geschäftsführer und Rheinenergie Vorstand Andreas Feicht läutete bei der Bilanzpressekonferenz der Stadtwerke deshalb die Alarmglocken: Ab 2027, spätestens 2028 könnten die erwarteten Verluste des ÖPNV den Gewinn der Rheinenergie übersteigen. Der Stadtwerke-Konzern werde dann aus eigener Kraft keine schwarze Null mehr schreiben.

Die Rheinenergie selbst hat künftig einen hohen Finanzierungsbedarf. Der Vorstand brachte deshalb bereits eine höhere Thesaurierungsquote ins Spiel, um den Netzausbau finanzieren zu können.

Die Stadtwerke Köln finanzieren im Querverbund die Verluste der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB). In 2024 lagen diese bei einem Rekord von minus 185 Millionen Euro.

Auch perspektivisch führten Erweiterungs- und Erneuerungsmaßnahmen zu steigenden Betriebs- und Kapitalkosten. Hauptgrund sind bis 2035 geplanten Investitionen in Höhe von vier Milliarden Euro unter anderem für neue Stadtbahnwagen sowie Streckenerweiterungen.

Hilfe bei der Finanzierung gefordert

Nicht nur die KVB muss investieren: Die Stadtwerke Köln rechnen im Querverbund mit einem Investitionsvolumen von insgesamt zehn Milliarden bis 2035. Michael Theis, ebenfalls Stadtwerke-Geschäftsführer, sprach sich daher für eine Unterstützung bei der Finanzierung aus. Etwa in Form einer Eigenkapitalstärkung durch die Stadt Köln. Denkbar sei auch ein Betriebskostenzuschuss der Stadt an die KVB zur Deckung eines Teils der Verluste.

Bisher läuft das Geschäft gut

Der Jahresüberschuss der Stadtwerke Köln lag in vergangenem Geschäftsjahr bei 77,8 Millionen Euro, laut Feicht sind dies starke Zahlen. Einbehalten darf der Konzern davon allerdings nur 500.000 Euro, der Rest wird an die Stadt ausgeschüttet.

Thema ist seit längerem bekannt

"Den Handlungsbedarf bei der Finanzierung der Investitionen beschäftigt uns bereits seit Jahren", erklärte eine Sprecherin des Stadtwerke-Konzerns auf Anfrage. "Daher wurde 2023 der Prozess zu einem Ergebnissicherungskonzept angestoßen, um die Bonität des Konzerns langfristig zu sichern."

Aus dem Ergebnissicherungskonzept ergäbe sich, dass die langfristige Bonitätssicherung des Konzerns nur zu halten sei, wenn interne Synergiepotenziale genutzt und Einsparungen von 100 Millionen Euro erzielt werden, sowie die Verluste der KVB auf 160 Millionen Euro begrenzt werden. Zudem müsse das Eigenkapital gestärkt werden.

Das Thema könnte in den kommenden Wochen noch an Brisanz gewinnen. Am 14. September wählt die Domstadt eine neue Oberbürgermister:in.

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