Die Netzlast hat im ersten Halbjahr 2021 wieder zugenommen.

Die Netzlast hat im ersten Halbjahr 2021 wieder zugenommen.

Bild: © Jonathan Hanna/Unsplash

Die Stadtwerke Weilheim wollen die Konzession für das Strom- und Gasnetz. Nun zeichnet sich nach langer Ungewissheit in Weilheim eine Einigung über die künftigen Netzbetriebe und ein Ende der gerichtlichen Auseinandersetzungen über die Herausgabe der Netze ab. „Da derzeit noch nicht alle erforderlichen Gremienbeschlüsse und Genehmigungen vorliegen, können wir voraussichtlich erst im Januar 2023 Einzelheiten nennen“,  erläutert Peter Müller, Geschäftsführer der Stadtwerke Weilheim, gegenüber der ZfK.

Damit würden die beiden wichtigen Sparten eingliedern. Die Stadtwerke Weilheim befassen sich mit den Sparten Trinkwasserversorgung, Abwasserbeseitigung, Betriebshof und Parken. Die Stadtwerke Weilheim i.OB Energie GmbH - SWE ist wiederum eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke und verantwortet die Sparten Wärme und Breitband, Stromerzeugung sowie Strom- und Gasvertrieb.

Peter Müller ist Geschäftsführer der Stadtwerke Weilheim.Bild: © Stadtwerke Weilheim

Zukunftsthemen wurden durch Konzessionsstreit nicht ausgebremst

Für die Weilheimer wird die neue Konstellation vieles erleichtern, obwohl sie bereits viele Projekte angestoßen haben. So forcieren sie das Thema erneuerbare Energien in der Wärme: „Wir planen derzeit fünf Energiezentralen zur Wärme- aber auch Stromerzeugung weit überwiegend auf Biomassebasis“, sagt Müller. Eine Anlage geht 2023 in die Realisierung, zwei Anlagen sind konkret in Arbeit. Grundsätzlich setzt der Versorger vor dem Hintergrund der Gaskrise weit überwiegend regenerative Energien wie Biomasse (Holzhackschnitzel), Solarthermie, Klärgas, Abwärme aus Abwasser, oberflächennahe Geothermie und flüssiges Biomethan sowie Pufferspeichern ein. 

Auch die E-Mobilität wird weiter ausgebaut: „Der neue Stadtbus mit batterieelektrischen Midibussen läuft seit Januar auf 4 Linien montags bis samstags mittags im Halbstundentakt, samstags nachmittags, sonn- und feiertags im Stundentakt“, ergänzt Müller. Ferner erichten die Stadtwerke einen Elektroladepark mit zehn Ladepunkten (6 Schnellader, 4 Normallader). Seit Oktober wird er auf drei weiterern Linien getestet. Das bundesweite 49-Euro-Ticket bewertet Müller positiv: „Wünschenswert wären auch zehn Euro oder mehr gewesen, aber insgesamt ist es besser als das 9-Euro-Ticket. Für die Bürgerinnen und Bürger war dies ein gutes Angebot, aber als ÖPNV-Betreiber vom Kostenfaktor her sehr schwierig“, sagt er.

50 Prozent der Haushalte haben Glasfaser vor dem Haus

Und das Thema Digitalisierung packen die Weilheimer ebenso an: Bis Ende 2022 sind ca. 50 Prozent der rund 12.000 Haushalte in Weilheim „homes passed“ erschlossen, die Leitung wird also in der Straße vor dem Haus liegen. Bei rund 10 Prozent liegt die Leitung schon im Haus und der Glasfaseranschluss ist aktiv (Fiber-to-the-home). „Noch in diesem Jahrzehnt sollen 100 Prozent erschlossen sein. Das Netz ist Open-Access, also bieten wir es mehreren Providern für ihre Produkte an“, erläutert Müller. (gun)

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