Die Rheinenergie AG hat am Montag ihre Jahresbilanz vorgestellt: Sie bleibt solide.

Die Rheinenergie AG hat am Montag ihre Jahresbilanz vorgestellt: Sie bleibt solide.

Bild: © RheinEnergie AG

Wie sich der Eon-/RWE-Deal auf die Beteiligung an der Rheinenergie auswirken wird, ist Rheinenergie-Chef Dieter Steinkamp in den vergangenen Jahren von Journalisten oft gefragt worden. Dabei ging es vor allem um die Frage der Change-of-Control-Klausel. "Wir würden von einem neuen Großaktionär erwarten, dass wir unsere selbstgesteckte Strategie weiter verfolgen können. Ob eine Eon das tun kann, ist derzeit völlig offen“, hatte der Rheinenergie-Chef bei der Bilanzpressekonferenz im Sommer 2019 erklärt.

Unabhängig von diesen möglichen Rechten sind die beiden Unternehmen in den vergangenen Monaten offenbar enger zusammengerückt. Die Westenergie und die Rheinenergie haben jetzt angekündigt, im Rheinland stärker miteinander kooperieren zu wollen. Eine entsprechende Grundlagenvereinbarung haben hierzu beide Vorstände unterzeichnet, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Eon-Tochter Westenergie hält seit Oktober 20 Prozent an der Rheinenergie, die Anteile hatte sie von RWE-Tochter Innogy übernommen.

"Regionale Entwicklungspartnerschaft"

"Von einer Entwicklungspartnerschaft gemeinsam mit Stadtwerken in der Region", spricht ein Rheinenergiesprecher auf ZfK-Anfrage. Beide Partner sollen dazu ihre jeweiligen Stärken in die Kooperation einbringen, diese geben eine gewisse Arbeitsteilung vor. Die Rolle der Westenergie könne dabei vor allem im Bereich der Infrastrukturdienstleistungen und technischer Netzservices, aber auch im Breitbandausbau bestehen.

Die Rheinenergie soll sich mit ihrer regionalen Ausrichtung und ihren Geschäftsmodellen, stärker auf städtische Zentren fokussieren. Hier geht es unter anderem um Wachstumsthemen wie E-Mobilität, Quartiersentwicklung und Siedlungsmanagement.

Ziel der Zusammenarbeit sei es, die dynamische rheinische Wirtschaftsregion weiter zu stärken, heißt es.

Einzelne Beteiligungen in der Rhenag bündeln

Die Kooperation soll Anfang 2022 starten. Bis dahin sind offenbar noch eine Vielzahl an Gesprächen notwendig. Ziel ist es, einzelne Stadtwerke-Beteiligungen der beiden Partner in der Westenergie-Tochter Rhenag zusammenzuführen. Dabei sollen laut ZfK-Informationen in erster Linie Beteiligungen aus dem Agglomerationsraum der Rhenag gemeint sein und nicht Beteiligungen an großstädtischen Kommunalversorgern wie Düsseldorf oder Leverkusen.

Die Gespräche mit den Beteiligungen würden jetzt ab sofort gesucht, heißt es. Es handle sich um einen ergebnisoffenen Prozess, bei der jede Beteiligung letztlich selber entscheide, ob sie diesen Schritt gehen wolle, so ein Westenergie-Sprecher. Geplant ist, dass Rheinenergie die Mehrheit an Rhenag übernimmt und Westenergie mit einem starken Anteil vertreten bleibt. Die Westenergie hält aktuell 66,67 Prozent der Rhenag-Anteile, die Rheinenergie die restlichen 33,33 Prozent.

Im Gegenzug ist vorgesehen, dass Westenergie ihre Anteile an Rheinenergie moderat erhöht. Sicher ist, dass hier künftig auch noch einige Bewertungsfragen zu klären sind. Mehrheitsgesellschafter der Rheinenergie ist die städtische Holding GEW Köln AG.

Reiche: "Führen unterschiedliche Stärken zusammen"

„Wir verfügen über unterschiedliche Stärken, und die führen wir mit der geplanten Kooperation zusammen. Das bietet zusätzliche Chancen für die kommunalen Partner und Stadtwerke der Region, mit denen wir seit vielen Jahren vertrauensvoll und zukunftsgerichtet zusammenarbeiten“, betonte Katherina Reiche, Vorstandsvorsitzende der Westenergie.

Steinkamp: "Einheitliche Lösungen zusammen entwickeln"

„Gemeinsam wollen wir sicherstellen, dass unsere Lösungen zu den Bedürfnissen von Kommunen und Kunden gleichermaßen passen: Dort, wo einheitliche, zum Beispiel digitale Lösungen gefragt sind, entwickeln wir sie zusammen“, betonte Dieter Steinkamp, der Vorstandsvorsitzende der Rheinenergie. (hoe)

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