Kommunale Partnerschaften und Beteiligungen an Stadtwerken bilden den Schwerpunkt des Geschäfts der Eon-Regionalgesellschaft Westenergie. Das Bild zeigt die Vorstandsvorsitzende Katharina Reiche und Finanzvorstand Achim Schröder bei der heutigen Pressekonferenz.

Kommunale Partnerschaften und Beteiligungen an Stadtwerken bilden den Schwerpunkt des Geschäfts der Eon-Regionalgesellschaft Westenergie. Das Bild zeigt die Vorstandsvorsitzende Katharina Reiche und Finanzvorstand Achim Schröder bei der heutigen Pressekonferenz.

Bild: © Westenergie AG

Mit individuellen und langfristig angelegten „Partnerschaften auf Augenhöhe“ mit den Kommunen und durch eine Stärkung des regulierten Netzgeschäftes will die neue Eon-Regionalgesellschaft Westenergie AG künftig weiter wachsen. Der nach eigenen Angaben größte Energiedienstleister und Infrastrukturanbieter Deutschlands nimmt am ersten Oktober seine Arbeit auf. Die Konzerngesellschaft geht aus der Anfang Januar gegründeten Innogy Westenergie hervor.

Reiche: "Wir können kommunal"

Mehr als die Hälfte der in Frage kommenden Kommunen hätte auf das Ziehen der Change-of-Control-Klausel verzichtet und sich für eine Fortführung der Zusammenarbeit mit Westenergie entschieden, erklärte die Vorstandsvorsitzende Katharina Reiche auf Nachfrage von Journalisten. Nur eine niedrige einstellige Zahl an Städten habe sich für eine Änderung der Beteiligungs- respektive Gesellschafterstruktur ausgesprochen. "Wir können kommunal, das ist Teil unserer DNA", so Reiche. Auswirkungen oder Beeinträchtigungen auf die Zukunftspläne von Westenergie durch die Klage der Mainova oder anderer Kommunal- und Regionalversorger gegen den Eon-/RWE-Deal erwartet die ehemalige VKU-Hauptgeschäftsführerin nicht.

130 Beteiligungen, 1500 Netzkonzessionen

Westenergie ist im Rahmen der Eon-RWE-Deals durch eine Zusammenlegung von Aktivitäten von Innogy und Eon entstanden und hält über 130 Beteiligungen an Stadtwerken und Netzbetreibern sowie rund 1500 Netzkonzessionen. Mit der Transaktion übernahm die Eon-Tochter auch viele Beteiligungen an Stadtwerken von Innogy. Dieser Gesellschafterwechsel ermöglichte Stadtwerken, je nach Ausgestaltung des Gesellschaftervertrags, das Ziehen einer sogenannten Kontrollwechselklausel und die Schaffung neuer Beteiligungsverhältnisse, beispielsweise in Neuss oder bei der Gelsenkirchner ELE.

Erfolge bei Konzessionen

„Viele Kommunen haben sich entschieden, mit uns weiter zusammenzuarbeiten in erfolgreichen Modellen. Hier versprechen wir uns an der einen oder anderen Stelle noch Wachstum für die Zukunft“, ergänzte Westenergie-Finanzvorstand Achim Schröder. Im Rahmen der regionalen Portfolio-Erweiterung wolle man mit den kommunalen Partnern das Geschäft weiter ausbauen. Auch beim Thema Konzessionsverträge sieht Schröder das Unternehmen gut aufgestellt. Hier habe man in den vergangenen Monaten bereits einige Erfolge erzielen können.

Stellenabbau trifft auch Westenergie

Vor der Kür stehe aber erst einmal die Pflicht, so Schröder. Es gelte, die Kosten im Griff zu behalten und die Synergieziele zu erreichen. Der Mutterkonzern Eon plant Einsparungen von 600 bis 700 Mio. Euro und will rund 5000 Stellen konzernweit abbauen. Rund ein Zehntel des finanziellen Einsparvolumens soll auf die Westenergie entfallen. Auch die Eon-Tochter mit ihren rund 10.000 Mitarbeitern ist von der Stellenreduktion betroffen. In welchem Umfang, wollte Vorstandsvorsitzende Katharina Reiche nicht kommentieren. „Wir machen das planmäßig und ohne Kündigungen“, so Reiche.

Reiche erwartet Schub bei E-Mobilität

Zur Westenergie AG gehört auch die Tochtergesellschaft Westnetz, der größte Verteilnetzbetreiber in Deutschland. Über die Hälfte der jährlichen Westenergie-Investitionen von rund 740 Mio. Euro fließen in die Infrastruktur der Westnetz und die Digitalisierung der Netze. Aufgrund des Erneuerbarenausbaus werde der Bedarf hier künftig weiter wachsen, hieß es. Zusätzlicher Ausbaubedarf besteht auch mit Blick auf die E-Mobilität, hier erwartet Katharina Reiche, dass der aktuelle "Hochlauf noch einige Jahre anhalten" werde.

"One-Stop-Shop für die Kunden"

Unternehmenssitz der Westenergie ist Essen. Zu dem Unternehmen gehören außerdem die Westenergie Metering, die Westenergie Breitband und die Westenergie Netzservice. Durch die Entwicklung neuer Services und Produkte will die Westenergie vor allem auch im nicht-regulierten Geschäft weiter wachsen, etwa durch intelligente Straßenlaternen (Smart Poles) oder das Portal Störungsauskunft.de. "Unser Kundenversprechen: Wir sind das Amazon für Stadtwerke. Ein One-Stop-Shop, der den Kunden einfache, mühelose und klare Services bietet", fasste Westenergie-Chefin Reiche zusammen. (hoe)

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