Der Hamburger Hafen ist Deutschlands größter Seehafen.

Der Hamburger Hafen ist Deutschlands größter Seehafen.

Bild: © Adobe Stock/Mapics

Die Hamburger Energiewerke, die Norddeutsche Landesbank (NORD/LB) und die KfW IPEX-Bank haben Darlehensverträge in Höhe von insgesamt 255 Millionen Euro zur Finanzierung der Wärmewende in der Hansestadt Hamburg unterzeichnet.

Die Mittel werden über das Förderprogramm „IKU – Energetische Stadtsanierung – Quartiersversorgung“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bereitgestellt.

Sie fließen in Projekte der Hamburger Energiewerke (HEnW) zum Umbau der lokalen Wärmeversorgung. Eine neue Fernwärmeleitung ist beispielsweise die zentrale Voraussetzung, um im Jahr 2025 mit dem künftigen Energiepark Hafen an der Dradenau das Kohlekraftwerk Wedel abzulösen und durch überwiegend klimaneutrale Wärme zu ersetzen.

Neue Fernwärmeleitung

Dafür werden im Hamburger Süden Abwärmepotenziale aus energieintensiven Industriebetrieben, einer Müllverwertungsanlage und aus Klärwerksprozessen genutzt und über die neue Fernwärmeleitung und dem dazugehörigen Tunnel unter der Elbe in den Norden der Hansestadt zu den Verbrauchern transportiert.

"In den Kohleausstieg und Umbau der Wärmeversorgung der Freien und Hansestadt Hamburg investieren wir bis 2027 rund 1,9 Milliarden Euro. Eine Summe dieser Größenordnung können wir als städtisches Unternehmen aus eigenen Mitteln nicht schultern", erklärte Christian Heine, Sprecher der Geschäftsführung der Hamburger Energiewerke.

Er freue sich daher umso mehr, dass man die Norddeutsche Landesbank und die KfW IPEX-Bank von dem neuen Versorgungskonzept habe überzeugen können.

Kohlekraftwerk Wedel wird bis 2025 durch Energiepark Hafen ersetzt

Die Hamburger Energiewerke GmbH ist ein Zusammenschluss der städtischen Unternehmen Hamburg Energie und Wärme Hamburg zum 1.1.2022. Das Unternehmen versorgt mehr als 160.000 Kunden der Hansestadt mit Strom und Gas und liefert rund 25 Prozent der Hamburger Nutzwärme.

Die Hamburger Stadtwärmeerzeugung ändert sich in den kommenden Jahren grundlegend. Das Kohlekraftwerk in Wedel wird bis 2025 durch den Energiepark Hafen ersetzt, spätestens 2030 geht dann das letzte verbliebene Kohlekraftwerk in Tiefstack vom Netz. Für die künftige Wärmeversorgung nutzen die Hamburger Energiewerke größtenteils vorhandene klimaneutrale Wärmequellen.

Aquifer-Wärmespeicher und zwei große Flusswasser-Wärmepumpen

 Im Energiepark Hafen liegt der Fokus auf Abwärme aus energieintensiven Industriebetrieben, einer Müllverwertungsanlage und aus Klärwerksprozessen. Der Anteil klimaneutraler Wärme wird dort bei mehr als 55 Prozent liegen.

Neben Abwärme aus der Industrie und der Müllverbrennung sind am Standort des Heizkraftwerks Tiefstack Power-to-Heat, ein Aquifer-Wärmespeicher sowie zwei große Flusswasserwärmepumpen Bestandteile des Versorgungskonzepts. Mit Fertigstellung dieses Energieparks Tiefstack sinken die CO2-Emissionen der zentralen Hamburger Stadtwärmeversorgung gegenüber heute insgesamt um 70 bis 80 Prozent. (hoe)

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