Von Hans-Peter Hoeren und Pauline Faust
Mainz macht sich in Sachen Wasserstoff weiterhin einen Namen: Die Mainzer Stadtwerke und das Industriegasunternehmen Linde haben ihre Zusammenarbeit im Energiepark Mainz verlängert. Sie wollen so der gestiegenen Nachfrage nach erneuerbarem Wasserstoff gerecht werden, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung.
Der Energiepark sei bei seiner Inbetriebnahme 2015 das erste Projekt seiner Art gewesen und habe sich bewährt. Die Power-to-Gas-Anlage erzeugte zuverlässig Wasserstoff mittels erneuerbaren Stroms.
Der in Mainz erzeugte Wasserstoff wurde teilweise in das lokale Erdgasnetz eingespeist, um Strom und Wärme zu erzeugen, und diente als Antrieb für sechs emissionsfreie Brennstoffzellenfahrzeuge der Stadtwerke. Weil nun einige wichtige Anlagenteile ersetzt werden müssen, ist dies aktuell allerdings nicht möglich. "Wir und Linde arbeiten aber mit Hochdruck daran, dass dies demnächst wieder möglich ist", sagt der Vorstandsvorsitzende der Mainzer Stadtwerke Daniel Gahr.
Im Rahmen der 15-jährigen Projektverlängerung soll Linde zudem die bestehenden, zehn Jahre alten Elektrolyseure durch moderne PEM-Elektrolyseure mit einer Leistung von insgesamt knapp fünf Megawatt ersetzen sowie weitere Modernisierungsmaßnahmen durchführen.
Mainz hat Pläne für Wasserstoffnetz
In Mainz ist der Aufbau eines initialen Wasserstoffnetzes mit einer etwa drei Kilometer langen Leitung entlang der Rheinschiene geplant. "Dieses Netz ist vor allem für Unternehmen und den Wissenschaftsstandort Mainz wichtig", betont Kerstin Stumpf, Vorständin der Mainzer Stadtwerke.
Die künftige Nutzung von Wasserstoff liegt aus ihrer Sicht eher in Hochtemperaturanwendungen in der Industrie, im Schwerlastverkehr und bei der Rückverstromung in Dunkelflauten in Kraftwerken. Genau hier setze auch das geplante Wasserstoffinitialnetz Mainz an. Die geplante Leitung solle zum einen eine Wasserstofftankstelle anbinden, die demnächst von Wiesbaden nach Mainz umziehen werde.
Zum anderen werde sie an den vorhandenen Gaskraftwerken vorbei zu den großen Mainzer Industriebetrieben führen, die ihre bisher auf Erdgas basierenden Produktionsprozesse klimagerecht umstellen möchten. "Dieses Initialnetz wird zunächst mit Wasserstoff versorgt durch eine neue Elektrolyseanlage und kann später an das geplante bundesweite Wasserstofftransportnetz angebunden werden", erklärt Stumpf.



