Wie sich die WSW in der Krise neu erfunden haben

Freuen sich über die Auszeichnung: Jeannine Böhrer-Scholz, Leiterin Stabsstellenbereich Kommunikation und Marke (vorne 3. v. l.) mit ihrem Team sowie Vorstandsvorsitzender Markus Hilkenbach (hinten r.) und Arbeitsdirektor Markus Schlomski (hinten Mitte).
Foto: WSW/Bettina Osswald
Von Pauline Faust
Während der Energiekrise haben sich die Stadtwerke Wuppertal (WSW) neu erfunden, also eigentlich haben sie den Wandel, den es intern schon länger gab, mit einem Markenrelaunch nach außen getragen. Bemerkenswert dabei: Das Projekt wurde im Energiekrisenjahr 2022 gestartet und daher mit wenig Budget im eigenen Haus umgesetzt.
Auf den ZfK-Media-Days stellte Jeannine Böhrer-Scholz, Leiterin Stabstellenbereich Marke und Kommunikation bei den WSW, vor, wie der Relaunch umgesetzt wurde. Die Eigenleistung hat sich für sie gelohnt: Neben postiiver Resonanz in der Stadt, erhielten die WSW für den Markenrelaunch zudem den German Brand Award 2024.

"Wer Vertrauen in eine Marke will, muss Orientierung geben – gerade im kommunalen Wandel."

Bild: © WSW
So sahen die WSW zuvor aus
"Der Versorger mit Pluspunkt" und "Wuppen wir's" waren die Claims der alten Markendarstellung. Im Zentrum des jüngsten Markenauftritts stand dabei der rote Punkt.
Das neue Branding stellt die Transformationsleistung und das Nachhaltigkeitsbestreben der WSW in den Mittelpunkt. Der neue Claim ist "Wir sind Wegbereiter". "Wir bereiten den Weg für eine digitale und nachhaltige Versorgung und Mobilität für heute und für morgen für Wuppertal", erläutert Böhrer-Scholz. So sollte die neue Unternehmensstrategie auch in der Marke erlebbar werden, die mehr auf Kundenzentriertheit setzt. Gleichzeitig solle der zentrale Markenwert "Heimat" erhalten bleiben und bewusst in die neue Kommunikation integriert werden.
"Wir müssen unser Profil sowohl nach innen als auch nach außen ganz klar schärfen und zeigen, dass wir diejenigen sind, die Menschen bei der Energiewende begleiten", beschreibt Böhrer-Scholz die Herausforderung. Denn ein Innovationstreiber seien die Stadtwerke schon immer gewesen: angefangen beim Bau der Schwebebahn bis hin zur Einführung wasserstoff-betriebener Busse.
Die WSW werden grün
Das WSW-Logo bestand bisher aus dem Schriftzug "WSW" mit einem roten Punkt. Dieser stand in der alten Markendarstellung für den "Dienstleister mit Pluspunkt". Für das neue Logo wurde der Schriftzug beibehalten, der Punkt aber grün: "Grün ist Fortschritt und Bewegung."
Nach und nach kommt die neue Marke auch im Stadtbild an, auf Bussen und Schwebebahn wird aus Rot Grün. Auch aus finanziellen Gründen, hat sich die neue Marke "eingeschlichen", nur im Internet gab es einen Tag X, an dem der Webauftritt umgestellt wurde. "Durch den langsamen Umstieg haben wir sicherlich auch diese gute Akzeptanz erzielt."
Auch die Bildsprache haben die WSW verändert. Engagierte Fotografen nehmen regelmäßig situative Fotos in Wuppertal auf. "Wir wollen, dass auf allen Fotos Wuppertal erkennbar ist", erklärt Böhrer-Scholz. Die Stadtwerke arbeiten auch nicht mehr mit Stock-Fotos von Menschen, sondern zeigen eigene Kolleginnen und Kollegen.


