Anhand von fünf Handlungsfeldern wurden die strategischen Innovationsziele bei E-Regio analysiert und verankert. Bei den Innovationsprozessen handelt es sich um effiziente, bereichsübergreifende Abläufe mit Verantwortlichkeiten, durchgehender Gültigkeit (Innovation als Daueraufgabe) und unterstützenden Kommunikationsprozessen.

Anhand von fünf Handlungsfeldern wurden die strategischen Innovationsziele bei E-Regio analysiert und verankert. Bei den Innovationsprozessen handelt es sich um effiziente, bereichsübergreifende Abläufe mit Verantwortlichkeiten, durchgehender Gültigkeit (Innovation als Daueraufgabe) und unterstützenden Kommunikationsprozessen.

Bild: © e-regio/bofest consult

Der mehrheitlich kommunale Energiedienstleister "e-regio" ist in den letzten Jahren insbesondere durch die Digitalisierung, einem sich verändernden Marktumfeld und den damit verbundenen Herausforderungen geprägt worden. In der Vergangenheit konnte sich das Unternehmen aus dem Raum Euskirchen konstant anpassen und parallel innovative Lösungen etablieren. Zumeist erfolgte dies reaktiv mit Ad-hoc-Ideen und -Lösungen. Angesichts der zunehmenden Geschwindigkeit, mit der neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle benötigt werden, bedeutet dies aber ein steigendes Unternehmensrisiko.

Die Ziele des Projektes

"e-regio" hat sich daher zum Ziel gesetzt, einen ganzheitlichen und systematischen Ansatz zur proaktiven Förderung von Innovationen zu erarbeiten:

  • Bestimmung der strategischen Bedeutung von Innovation
  • Bestimmung konkreter Innovationsziele und Ausarbeitung einer Innovationsstrategie
  • Optimale Förderung und Nutzung des Innovationspotenzials der Mitarbeiter
  • Erarbeitung von schlanken Innovationsprozessen – von der Idee bis zur Markteinführung

Mit dem auf die Energie- und Versorgungswirtschaft spezialisierten Beratungsunternehmen "bofest consult GmbH" wurde ein entsprechendes Verfahren entwickelt und operativ umgesetzt. "e-regio" hat sich für ein hybrides Implementierungsmodell entschieden, da die Einführung eines ganzheitlichen Innovationsmanagements eine intensive Einbindung der Mitarbeiter zur Akzeptanzsteigerung benötigt. Ziel des Ansatzes war es, eine zusätzliche Arbeitsbelastung für die eigenen Ressourcen auf ein Minimum zu reduzieren und eine größtmögliche Akzeptanz sicherzustellen.

Die Vorgehensweise

Über eine Laufzeit von einem dreiviertel Jahr wurden durch das Beratungsteam, das Management und ein interdisziplinäres Innovationsteam die Grundlagen für eine Innovationsstrategie erarbeitet. Hierzu wurden verschiedene methodische und didaktisch aufeinander abgestimmte Ansätze (Workshops, Interviews, Mitarbeiterbefragung) gewählt, die eine Einbindung aller Bereiche und Hierarchien gewährleisteten. Zur Identifikation des Status Quo (Ist-Situation) und zur Implementierung der Innovationsstrategie wurden die strategischen Vorgaben und Rahmenbedingungen auf Basis der in der Grafik dargestellten fünf Handlungsfelder bestimmt und anschließend in ein Zielbild überführt.

Lessons Learned

Durch die Einführung des Innovationsmanagements wurden verschiedene Herausforderungen und Lessons Learned identifiziert, die nachfolgend beschrieben sind und als Anhaltspunkt für andere Energieversorger zur Implementierung dienen können.

  • Top-Down-Ansatz:
  • Flickenteppich vs. Ganzheitlichkeit:
  • Innovation neben dem Tagesgeschäft:
  • Change-Management und Re-Organisation: Innovationen benötigen fördernde Rahmenbedingungen. Mitarbeitern sollten daher Freiräume zugestanden werden (Arbeitszeit, finanzielle Mittel, Strukturen etc.), um Ideen zu entwickeln und zu testen.

In den letzten Monaten legte "e-regio" den Grundstein für die systematische Erschließung und Entwicklung des eigenen Innovationspotentials. Dieser Grundstein gewährleistet, dass Ideen bereits zu einem frühen Zeitpunkt für innovative Lösungen genutzt werden können und e-regio damit die Energiezukunft aktiv mitgestallten kann.

"e-regio" betreibt seit fast 70 Jahren Netze und beliefert Haushalte im Kreis Euskirchen mit Erdgas, Strom, Wasser sowie digitalen und intelligenten Energiedienstleistungen. Über die Tochtergesellschaft "LogoEnergie GmbH" werden bundesweit Strom- und Gastarife angeboten. Der Energiedienstleister mit rund 220 Mitarbeitern gehört zu 50 Prozent der SVE Stadtverkehr Euskirchen, weitere kommunale Gesellschafter sind die Stadt Rheinbach mit 4,229 Prozent und die Stadt Bornheim mit 2,814  Prozent. Die restlichen 42,957 Prozent werden von der Rhenag gehalten.

(Autoren: Luis-Martín Krämer, Leiter Unternehmensentwicklung, e-regio GmbH & Co. KG und Florian P. Neubert, Leiter Innovationsmanagement, bofest consult GmbH)

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