Die europäischen Windanlagenhersteller verzeichnen eine steigende Auftragslage. (Symbolbild)

Die europäischen Windanlagenhersteller verzeichnen eine steigende Auftragslage. (Symbolbild)

Bild: © Nordex

Der Jahreswechsel hält für die Windkraftbranche erfreuliche Nachrichten bereit. Nicht nur, dass die Windkraft in Deutschland im Jahr 2023 die wichtigste Stromquelle war; auch die Hersteller von Turbinen profitieren von einer gestiegenen Nachfrage. So erhielten Vestas und Nordex weitere Großaufträge im In- und Ausland.

Nordex wird 80 Turbinen für vier Windparks in Schweden mit einer Leistung von insgesamt über 553 MW liefern. Das Unternehmen mit Sitz in Rostock übernimmt zudem Service-Leistungen über einen Zeitraum von 35 Jahren, wie Nordex mitteilt.

Höchste Anlage

Das Windparkcluster "High Coast" umfasst demnach vier Windfelder, die alle in der ostschwedischen Provinz Västerorrlands Länd entstehen. Die Installation der Turbinen erfolgt auf Stahlrohrtürmen mit unterschiedlichen Nabenhöhen von 105 bis 148 Metern. Bis 2025 sollen die Anlagen sukzessive in Betrieb genommen werden.

Ende 2023 hatte Nordex zudem erstmals Anlagen auf selbstentwickelten Hybridtürmen mit 168 Meter Nabenhöhe errichtet. Die Anlagen stehen im finnischen Windpark “Karahka”, die Betonelemente werden seit Sommer 2023 vor Ort produziert. Es ist der höchste Turm, den Nordex bisher gebaut hat.

Zudem hatte Nordex einen Auftrag über 106 MW in Spanien erhalten. Das Unternehmen wird 18 Turbinen für den Windpark "Mareas I & II" nahe Mequinenza in der Provinz Zaragossa liefern. Die Inbetriebnahme ist für Mitte 2025 geplant.

Schwerpunkt USA

Mitbewerber Vesta konnte sich derweil zum Jahreswechsel 2023 vor Aufträgen kaum retten. Der dänische Windturbinenhersteller hat zum Ende des vierten Quartals ein Auftragsvolumen von über 3800 MW gemeldet. Der Schwerpunkt liegt auf Projekten in den USA.

In Europa meldet Vestas Aufträge aus den Niederlanden, Litauen und Deutschland. Weitere Großaufträge stammen aus Australien und Südafrika. Das größte Projekt befindet sich in New Mexico, USA, und umfasst 242 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 1,1 GW.

Rote Zahlen

Die deutsche Tochtergesellschaft von Vestas sowie Nordex sind die beiden größten Hersteller von Windanlagen in Deutschland. Hinzu kommen Enercon, die deutsche Tochtergesellschaft von General Electric, GE Renewable Germany sowie die spanische Windtochter von Siemens, Siemens Gamesa.

Während der Energiekrise brachen die Auftragseingänge der europäischen Windturbinenhersteller massiv ein. Die Unternehmen schlugen sich mit gestiegenen Kosten für Materialien, Komponenten und Logistik herum. Siemens Gamesa und Vestas steckten tief in den roten Zahlen und bauten Tausende Stellen ab. Branchenkreisen zufolge macht auch weiterhin keiner der fünf größten europäischen Windanlagenhersteller Gewinne.

Rekord an Aufträgen

Doch mittlerweile hat sich das Marktumfeld offenbar spürbar verbessert. So ergab der Trendindex des Bundesverbandes WindEnergie (BWE) erstmals seit 2021 wieder eine positive Stimmung für den Standort Deutschland. Der Ausbau von Windkraft an Land nahm in Deutschland zuletzt deutlich an Fahrt auf, obwohl das Angebotsvolumen der Bundesnetzagentur noch immer nicht ausgeschöpft wird.

Dabei sorgt die Auftragslage für einen guten Ausblick. Die angeschlagene Siemens Energy meldete Ende 2023 einen neuen Rekordstand an Windaufträgen. Und auch laut José Luis Blanco, CEO der Nordex Group, habe seit dem dritten Quartal 2023 das "Auftrags-Momentum wie erwartet spürbar zugenommen". (jk)

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