Aloys Wobben wurde mit Windkraft zum Milliardär.

Aloys Wobben wurde mit Windkraft zum Milliardär.

Bild: © Enercon/dpa

Der Gründer des Windkraftanlagenbauers Enercon, Aloys Wobben, ist mit 69 Jahren gestorben. Das teilten die Aloys-Wobben-Stiftung und das Unternehmen am Dienstag mit. Demnach starb Wobben nach langer, schwerer Krankheit. Enercon mit Stammsitz in Aurich in Ostfriesland ist eine der größten deutschen Firmen in der Windkraftindustrie. Aus dem operativen Geschäft hatte sich Wobben wegen seiner Krankheit schon 2012 zurückgezogen und seine Firmenanteile der nach ihm benannten Stiftung übertragen. Der Milliardär galt als einer der reichsten Menschen in Niedersachsen.

«Der Vorstand der Aloys-Wobben-Stiftung und die Enercon-Geschäftsführung reagierten mit Betroffenheit auf die Nachricht vom Tod des Gründers und Stifters und bekundeten ihre tiefe Anteilnahme», hieß es in der Mitteilung.

Früh für Erneuerbare interessiert

Wobben wurde 1952 auf einem Bauernhof in Rastdorf im Emsland geboren und studierte Elektrotechnik. Schon im Studium interessierte er sich für erneuerbare Energien und Windkraft. 1984 gründete er Enercon und baute mit einem kleinen Team seine erste produktionsreife Windenergieanlage. 1992 erzielte Enercon den technologischen Durchbruch mit der ersten getriebelosen Windenergieanlage E-40/500.

Nach Firmenangaben von Anfang 2020 hat Enercon weltweit mehr als 30 000 Windkraftanlagen gebaut. Im stockenden Ausbau der Windkraft kündigte das Unternehmen 2019 den Abbau von etwa 3000 Arbeitsplätzen an, Enercon wollte sich auf seine Standorte Aurich und Magdeburg (Sachsen-Anhalt) konzentrieren.

Im Kampf für die Windkraft

«Sein Motto "Energie für die Welt" hat Aloys Wobben immer konsequent verfolgt», sagte der Landrat des Kreises Aurich, Olaf Meinen (parteilos). «Es gab wohl niemanden, der die Entwicklung der Windkraft so vehement vorangetrieben hat wie der begnadete Ingenieur.»

Mit der Stiftung als Eigentümerin von Enercon wollte Wobben die Unabhängigkeit seines Lebenswerks sichern. Die Stiftung fördert Forschung und Bildung im Energiesektor, aber auch soziale und kulturelle Zwecke. «Zum Erhalt der Schöpfung beizutragen mit meinen Fähigkeiten, ist mein Auftrag, damit unser Planet bewohnbar bleibt», wird Wobben auf der Stiftungswebsite zitiert. (dpa/amo)

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