Der Kasseler Gasgroßhändler Wingas garantiert auch nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen rund um seine Konzernmutter Gazprom Germania seine Lieferverträge.
"Wir sind im Markt soweit abgesichert, dass wir auch Lieferverpflichtungen, die in die nächsten vier bis fünf Jahre hineingehen, erfüllen können", sagte Vertriebschef Matthias Peter im Interview mit der ZfK. "Wir haben das Gas, das wir vertraglich zugesichert haben, schon heute abgesehen von konjunktur- und temperaturbedingter Ausgleichsmengen praktisch zu 100 Prozent fixiert."
Wingas-Hintergrund
Auch die vereinbarten Festpreise seien garantiert. Selbes gelte für Preisregelungen, die sich am Day-Ahead orientierten. "Unsere Lieferverträge gelten." Die Neukundenakquise bleibe dagegen bis auf Weiteres eingestellt.
Wingas wurde 1993 als Vertriebs- und Marketingtochter der Energieriesen Wintershall und Gazprom gegründet. 2015 hatte der russische Gaskonzern die Wintershall-Anteile gekauft. Ende März allerdings stieß Gazprom seinen deutschen Ableger Gazprom Germania samt der Wingas ab. Mitte Mai verhängte Russland zudem Sanktionen gegen die Gesellschaften der Gazprom Germania. Seitdem bedient Handelspartner Gazprom Export Langfristverträge mit Wingas nicht mehr.
Mehr als 500 Kunden
Mittlerweile befindet sich die Gruppe inklusive Wingas unter der Treuhänderschaft der Bundesnetzagentur. Bei einem Treffen mit dem hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) hatte der damalige Generalbevollmächtigte und jetzige Geschäftsführer von Gazprom Germania Egbert Laege bereits versprochen, dass die Versorgung der Wingas-Kunden gesichert sei.
Wingas hat nach eigenen Angaben mehr als 500 Kunden, darunter auch viele Stadtwerke. (aba)
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