Nachrichten

WSE dreht Tesla das Wasser ab

Der Bau der Tesla-Fabrik nahe Berlin muss vorerst unterbrochen werden. Erst kürzlich hatte das Unternehmen den Vertrag mit dem Wasserverband Strausberg-Erkner unterzeichnet.
15.10.2020

Die geplante Tesla-Gigafactory in Brandenburg: Derzeit steht die umweltrechtliche Prüfung noch aus. Tesla behilft sich mit vorläufigen Genehmigungen für einzelne Bauabschnitte.

US-Elektroautobauer Tesla kann seine Fabrik in Grünheide bei Berlin vorübergehend nicht weiterbauen, vermeldet die Deutsche Presseagentur (dpa). Der Wasserverband Strausberg-Erkner habe das Wasser abgestellt, weil Tesla das Geld nicht gezahlt habe, sagte Verbandssprecherin Sandra Ponesky am Donnerstag in Strausberg. Das Unternehmen sei mehrfach gemahnt worden mit Androhung einer Sperrung.

Die Frist von 14 Tagen sei abgelaufen, so Ponesky weiter. «Da wird Tesla nicht anders behandelt als andere.“ Wenn das Geld eintreffe, werde das Wasser wieder angestellt.

Provisorische Wasserversorgung

Das vorläufige Abschneiden vom Wasser kommt für den US-Autobauer zur Unzeit: Die Bauarbeiten sind in vollem Gang. Vom kommenden Sommer an will Tesla in Grünheide im Landkreis Oder-Spree Elektroautos herstellen.

In einer ersten Stufe sind 500.000 Elektroautos im Jahr und rund 12.000 Beschäftigte geplant. Die Tesla Manufacturing Brandenburg SE hatte erst kürzlich den Vertrag zur Wassererschließung unterzeichnet, allerdings nur die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung für die erste Ausbaustufe. Derzeit erhält Tesla das Wasser aus einem vorläufigen Anschluss über Standrohre.

Umweltschützer warnen vor Schäden

Die umweltrechtliche Genehmigung für das Projekt durch das Land Brandenburg steht noch aus. Tesla baut bereits mit vorläufigen Genehmigungen für einzelne Bauschritte. Umweltschützer und Anwohner warnen davor, dass die Versorgung mit Trinkwasser Schaden nimmt und ein nahes Naturschutzgebiet von der Fabrik betroffen ist. (dpa/jk)