Die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) haben das Geschäftsjahr 2019 operativ mit schwarzen Zahlen abgeschlossen. Der Gesamtumsatz 2019 der Unternehmensgruppe betrug 910 Mio. Euro. Die Bilanzsumme lag bei 1,2 Mrd. Euro, die Eigenkapitalquote beträgt 28,5 Prozent.
Die positiven Entwicklungen im Bereich der Energie- und Wasserversorgung nutzen die Stadtwerke, um Einbußen und Rückstellungen zu kompensieren. Unter anderem werden die Rückstellungen für das Steinkohlekraftwerk Wilhelmshaven von rund 32 Mio. Euro auf 54,7 Mio. Euro erhöht. Die WSW hält 15 Prozent an dem Uniper-Kraftwerk.
Negatives Konzernjahresergebnis durch Rückstellungen
Aber aus den erhöhten Rückstellungen zur Risikovorsorge resultiert das negative Konzernjahresergebnis in Höhe von 22,5 Mio. Euro. Gegenüber der ZfK hieß es aus den Stadtwerken, dass es ausreichend sei, um die Risiken in den kommenden Geschäftsjahren abzubilden. Trotz Corona und des dadurch verursachten Preisverfalls am Strommarkt würden die Stadtwerke aus heutiger Sicht keine Notwendigkeit sehen, die Rückstellungen im Wirtschaftsjahr 2020 erneut aufzustocken.
Schwebebahn-Pause macht sich auch bemerkbar
Auch der ÖPNV profitiert von dem positiven operativen Ergebnis. Die Schwebebahn hat einen siebenmonatigen Ausfall hinter sich und wurde im August 2019 wieder betrieben. Dies wirkte sich aber auf die Fahrgastzahlen deutlich geringer als erwartet aus, wie das Unternehmen bekannt gab. Insgesamt fuhren im letzten Jahr 86,3 Mio. Fahrgäste mit Bus und Schwebebahn (Vorjahr 87,8 Mio.).
Dadurch hätten auch die Einnahmen einen leicht positiven Anstieg verzeichnet, hieß es aus dem Haus der WSW. Jedoch sei das Verkehrsdefizit an sich aufgrund des erhöhten Aufwandes gestiegen. Denn die Schwebebahnfahrten mussten durch zusätzliche Busse und damit einhergehend einem höheren Personalaufwand ersetzt werden. Es konnte aber durch das parallel steigende operative Ergebnis aus dem Versorgungsbereich abgefedert werden.
Corona-Pandemie: Eine große Unbekannte für den ÖPNV
Schwierig wird es für den ÖPNV-Bereich durch die Corona-Pandemie seit März 2020. Obwohl der Abo-Bereich trotz Corona recht stabil blieb und nur leichte Kundeneinbußen mit sieben Prozent vorzuweisen hat, sieht es bei den Monatstickets und im Barverkauf anders aus. Hier erwartet das Unternehmen Einnahmeneinbußen im hohen einstelligen Millionenbereich. Im Mai sprach die WSW in der Mobilitätssparte von bisherigen Einbußen von rund 1,3 Mio. Euro.
"Wir gehen davon aus, dass es für die Verluste im ÖPNV neben den Bundes- auch Landesmittel geben wird, die die Verluste zum Großteil kompensieren", so ein Unternehmenssprecher.
Corona-Prognosen bleiben schwierig
Hinsichtlich des defizitären Querverbundes und der Krise bleiben die Stadtwerke jedoch optimistisch: "Die Krise betrifft uns natürlich auch, aber deutlich geringer als andere Branchen. Bei dem heutigen Stand sind wir in der Lage, unsere wirtschaftliche Situation selbst zu steuern", sagte ein Unternehmenssprecher. So habe beispielsweise kein einziger der Kunden von seinem Zahlungsverweigerungsrecht gebraucht gemacht. Die offene Frage bleibe, wie sich die gesamtwirtschaftliche Lage im weiteren Jahresverlauf entwickele und wie sich die Insolvenzsituation bei Industrie und Gewerbe darstellt.
Fest steht aber, dass die WSW durch die beschlossene Mehrwertsteuersenkung diese an ihre Strom-, Gas- und Fernwärmekunden weitergeben und damit die Energiekosten senken. Zusätzlich starten die WSW ein Förderprogramm zur Heizungsumstellung von Öl- und Gas auf Fernwärme in Höhe von einer Millionen Euro. (gun)



