Jürgen Noch, Geschäftsführer der WWN, Stephan Nahrath, Geschäftsführer der WWE, und Andreas Speith, Geschäftsführer der WWN in der Lehrwerkstatt der Gruppe.

Jürgen Noch, Geschäftsführer der WWN, Stephan Nahrath, Geschäftsführer der WWE, und Andreas Speith, Geschäftsführer der WWN in der Lehrwerkstatt der Gruppe.

Bild: © WWE

Mit einem Jahresüberschuss von 45,9 Mio. Euro legt die Westfalen Weser Energie (WWE) das Geschäftsjahr 2018 zu den Akten und übertrumpft das Vorjahr damit um rund sieben Mio. Euro. Auch die Umsatzerlöse der Unternehmensgruppe sind von 15,6 Mio. Euro auf 21,7 Mio. Euro gestiegen. Ein Plus gibt es auch bei den Anteilseignern zu verbuchen. Zu den bisher 53 Gesellschaftern haben sich die Stadtwerke Steinheim gesellt.

Damit es für den Versorger aus Paderborn auch die kommenden Jahre so erfolgreich weiter geht, hat er kräftig investiert. Allein in die Netzinfrastruktur flossen circa 50 Mio. Euro. Das Geld hat nicht nur den Neubau und die Verkabelung ermöglicht, sondern wurde auch für die Integration der Erneuerbaren, beispielsweise für die Netzautomatisierung, ausgegeben.

Von Smart Grids bis zur internen Neustrukturierung

Der Energiewende hat sich die WWE auch bei ihrer Kooperation mit der Hochschule Südwestfalen verschrieben. Das Forschungsprojekt "DigOS-MELS" soll Ortnetzstationen digital machen und mit multifunktionalen Energie- und Leistungsservern ausstatten, um Smart Grids auf den Weg zu helfen. Auch beim Aufbau von LoRaWAN-Verbindungen ist die WWE mit ihrer Netztochter in Deutschland vorne mit dabei.

Um auf die Anforderungen der Zukunft vorbereitet zu sein, wird die Arbeit des Versorgers nicht nur digitaler, sondern auch die internen Geschäftsabläufe wurden angepasst. Dazu wurde die Holding zu Beginn diesen Jahres durch eine schlankere Hierarchie neuorganisiert. Unter dem Projektnamen "Wir 4.0" wurden Führungsebenen reduziert und Mitarbeitern Verantwortlichkeiten direkt übertragen. Für Nachwuchs im Unternehmen soll wiederum die neue digitale Ausbildungskampagne sorgen.

ESW greift neue Geschäftsfelder an

Dass Umstrukturierung Erfolge bringen kann, beweist die Vertriebsstrategie der Dienstleistungstochter Energieservice Westfalen Weser (ESW). Nach der Harmonisierung der Produktpalette wurde die Vermarktung von Wärmeservice und Contracting-Lösungen für Mehrfamilienhäuser intensiviert.

Die Konzentration der Vertriebsaktivitäten liegt dabei insbesondere auf der dezentralen Energieerzeugung wie Blockheiz-Kraftwerke, Wärme-Contracting in der Wohnungswirtschaft und Nutzenergiebereitstellung für Industriekunden in der Region. Das neue Segment "Mieterstrom" wurde verstärkt angeboten und vom Markt angenommen. Bei den Ergebnisabführungen macht die ESW allerdings noch Minus in Höhe von 1,5 Mio. Euro.

Phosphorrückgewinnung in Planung

Eines der größeren Projekte für die Zukunft plant die WWE mit einer thermischen Verwertungsanlage für Klärschlämme. Gemeinsam mit einem Partnerunternehmen will die Gruppe ihren Anteilseignern eine Möglichkeit der Klärschlammentsorgung bieten. Sollten alle Gesellschafter ihre Schlämme über die Paderborner entsorgen, hätte es die Anlage mit 120.000 Tonnen zu tun. Die Inbetriebnahme ist für 2022 geplant. Derzeit werden Räte und Bürgermeister informiert, um bis September eine Entscheidung zu haben. (ls)

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