Die mehrheitlich zur EnBW gehörende Heilbronner Zeag Energie AG hat im vergangenen Geschäftsjahr den Umsatz um sechs Prozent auf 170,9 Mio. Euro gesteigert, das Gesamtergebnis nach Betriebstätigkeit (Ebit) verbesserte sich auf 33,6 Mio. Euro (Vorjahr: 30,5 Mio. Euro). Neben Sondereffekten, vor allem durch die Rückerstattung der Kernbrennstoffsteuer, trug dazu auch das Projekt- und Anlagengeschäft substantiell bei. Eine immer wichtigere Rolle spielt dabei die integrierte Quartiersentwicklung mit Investoren, Bauträgern und Kommunen.
700 Wohneinheiten erhalten Mieterstrom
Allein in Heilbronn wurde ein hoher zweistelliger Millionenbetrag in Quartierslösungen investiert. Die größten Projekte befinden sich im Südbahnhof mit 72000 Quadratmetern Fläche und in der Stadtausstellung auf dem Gelände der Bundesgartenschau. Oft werden dabei auch Mieterstromprojekte realisiert. Bis Ende diesen Jahres versorgt die Zeag – mit Schwerpunkt auf der Wohnungswirtschaft – in mehreren Quartiersprojeten und Neubaugebieten rund 700 Wohn- und Gewerbeeinheiten mit Mieterstrom. Aufgrund der laufenden Projekte werde sich die Zahl im Laufe dieses Jahres mehr als verdoppeln, heißt es auf Anfrage.
"Hohes Potenzial für Unternehmensentwicklung"
"Wir bauen das Pojekt- und Anlagengeschäft seit fünf Jahren sehr fokussiert auf. Wir sehen im relevanten Infrastrukturmarkt Deutschland ein interessantes Marktumfeld, in dem wir uns positionieren", sagt Claus Flore, Leiter Unternehmensentwicklung. Hierzu gehörten Projekte im Bereich der elektrotechnischen Ausrüstung, der Beleuchtung, der Umweltsensorik, der erneuerbaren Energien und auch in der Wärmeversorgung. "Wir schätzen das Potenzial für die Unternehmensentwicklung der Zeag in diesem Bereich als überaus hoch ein. Dies bestätigen die laufenden Realisierungen und Projektierungen", sagt Flore.
Wasserstoffzentrum wird im Sommer eingeweiht
Bis 2020 werden 1480 Wohnungen Nahwärme von der Zeag beziehen. Gleichzeitig eruiert der Heilbronner Versorger stetig neue Geschäftschancen. Große Hoffnungen ruhen auf der gemeinsamen Wasserstoffproduktion mit dem Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum in Lampoldshausen. Der Elektrolyseur (ein MW) wurde bereits angeliefert, im Sommer soll das Forschungszentrum H2ORIZON offiziell eingeweiht werden. In unmittelbarer Nähe des Gebäudes befindet sich der Windpark Harthäuser Wald, mit 18 Anlagen und einer Leistung von insgessamt 54 MW ist er der größte Windpark in Baden-Württemberg.
"Lernen mit Energieträger Wasserstoff umzugehen"
Die Zeag sieht im Wasserstoff einen wichtigen Baustein der Energiewende, sowohl als Speichermedium als auch als Kraftstoff. In dem Projekt sollen neue Formen großer Energiemengen in rein regenerativer Weise gespeichert und genutzt werden. "Die Investition in dieses Geschäftsfeld soll der Zeag künftig neue Absatzwege in der Automobil- und Luftfahrtbranche eröffenen", erklärt die Pressestelle. Gleichzeitig wolle man lernen mit dem "für uns neuen Energiemarkt und Energieträger umzugehen". Das Unternehmen investiert in dieses Projekt rund fünf Mio. Euro.
Windkraftportfolio liegt bei über 100 MW
Das Windkraftportfolio der Zeag umfasste Ende 2017 genau 32 Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 96 MW, Stand April diesen Jahres ist die Leistung in der Region auf über 100 MW angewachsen. Weitere bereits genehmigte Windkraftanlagen sollen realisiert werden. Die Wind-Onshore-Beteiligungen werden jedoch erst 2018 in das Beteiligungsergebnis einfließen.
Im vergangenen Jahr hat die Zeag den Stromabsatz auf 1,259 Mrd. kWh (Vorjahr: 1,218 Mrd.) gesteigert. Die Tochter Gasversorgung Unterland verbesserte ihren Absatz um vier Prozent auf 535 Mio. kWh. Der Bilanzgewinn beträgt 13,897 Mio. Euro, die Dividende soll von 2,80 Euro pro Aktie im Vorjahr auf 3,55 Euro steigen. Rund 98 Prozent der Zeag-Anteile liegen bei EnbW, der Rest gehört Kleinaktionären. (hoe)



