Die steigenden regulatorischen Anforderungen und sinkende Margen setzen viele, insbesondere auch kleine Energieversorger unter Druck. Die Städte Plettenberg und Werdohl im Sauerland haben darauf eine eigene Antwort entwickelt: Der Geschäftsbetrieb der Tochterunternehmen, der Stadtwerke Plettenberg und der Stadtwerke Werdohl, soll ab 1. Januar kommenden Jahres im Rahmen eines langfristigen Pachtmodells an die Enervie-Gruppe im nahe gelegenen Hagen verpachtet werden.
Dadurch soll die „aktuelle Ertragslage“ der beiden Stadtwerke „auch für die Zukunft stabilisiert und gesichert werden“, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Aufsichtsgremien und die Räte der beiden Städte haben bereits zugestimmt. Voraussetzung für die Umsetzung ist der noch ausstehende, positive Abschluss des bereits initiierten kommunalrechtlichen Anzeigeverfahrens gemäß Gemeindeordnung NRW.
Und so soll das Modell funktionieren: Die Tochterunternehmen der Enervie Gruppe, Mark-E und Enervie Vernetzt, pachten alle wesentlichen Teile des operativen Geschäftsbetriebs der beiden Stadtwerke und übernehmen die bisherigen Kunden sowie den Großteil der Mitarbeiter. Die Enervie-Töchter übernehmen unter anderem in den Städten künftig die Gas- und Wasserversorgung und pachten und betreiben die Gas- und Wassernetze. Stromgrundversorger und Stromnetzbetreiber ist die Enervie Gruppe dort bereits, heißt es auf Anfrage.
Anlagevermögen und dessen Finanzierung bleibt bei den Städten
Die Stadtwerke Plettenberg und Werdohl bleiben jeweils als Eigentumsgesellschaft erhalten und verwalten und finanzieren zukünftig auch weiterhin das im Eigentum verbleibende Anlagevermögen rund um die Gas- und Wasserversorgung in den beiden Kommunen. Mark-E und Enervie Vernetzt wollen über das Betriebspachtmodell Synergien heben und die gepachteten Geschäftstätigkeiten noch effizienter betreiben. Die bisherigen Kunden der Stadtwerke Werdohl und Plettenberg sollen zudem künftig von dem deutlich größeren Dienstleistungsportfolio von Enervie profitieren.
Die Vertragswerke sehen eine Erstlaufzeit von 10 Jahren, mit einer Option zur Verlängerung für jeweils weitere 5 Jahre, vor. Das fixierte Pachtentgelt sichert beiden Stadtwerken einen konstanten Pachterlös über die gesamte Erstlaufzeit zu. Näheres zu dem geplanten Projekt wollen die Beteiligten auf einer Pressekonferenz in der zweiten Junihälfte bekannt geben. (hoe)



