Orsted verkauft sein europäisches Onshore-Geschäft für 1,44 Milliarden Euro an die Investmentfirma Copenhagen Infrastructure Partners (CIP), das teilte der Windparkriese mit. Betroffen ist auch die deutsche Tochter.
Der dänische Konzern hatte das Geschäft im August 2025 zum Verkauf gestellt, um sich stärker auf Offshore-Windenergie zu konzentrieren. Die Dänen wollen bei Offshore einer der Weltmarktführer bleiben. Im europäischen Offshore-Markt rechnen sie in den kommenden Jahren mit einer erheblichen Ausschreibungskapazität.
Hintergrund ist eine Finanzierungskrise, die nun abgewendet scheint. Orsted hatte mit mehreren Baustellen zu kämpfen: Ungünstige Wetterbedingungen und ein auf fossile Energie fokussierter US-Präsident schmälerten zuletzt die Einnahmen.
In den vergangenen Monaten hatte der Windparkriese daher das Eigenkapital gezielt gestärkt. Neben dem europäischen Onshore-Geschäft verkaufte der Konzern Anteile an zwei Offshore-Windparks (Hornsea 3 und Changhua 2). Nun sei das Veräußerungsprogramm wie geplant abgeschlossen.
2000 Jobs sollen gestrichen werden
Zudem hatte Orsted bereits im Herbst vergangenen Jahres Einsparungen angekündigt. Bis Ende 2027 sollen rund 2000 von 8000 Jobs gestrichen werden.
In Folge der Transaktion selbst soll es keine Entlassungen geben. Die 200 Mitarbeitenden der europäischen Onshore-Plattform, die jetzt das Unternehmen wechseln werden, will Orsted in seinen Einsparzielen verrechnen.
Geschäft bekommt neuen Namen
In den kommenden Monaten soll das europäische Onshore-Geschäft einen neuen Firmennamen und eine neue Marke bekommen. "Was sich nicht ändern wird, sind unsere Mitarbeitenden, Vermögenswerte, Projekte oder unsere Ambition, erneuerbare Energien in ganz Europa in großem Umfang bereitzustellen", so Kieran White, Senior Vice President Europa Onshore bei Orsted.
Das europäische Onshore-Geschäft von Orsted ist in Irland, Großbritannien, Deutschland und Spanien vertreten und umfasst Onshore-Wind-, Solarenergie- und Batteriespeicherprojekte. Es verfügt über eine Betriebsleistung von 578 Megawatt, weitere 248 Megawatt im Bau und eine Entwicklungspipeline.
In Deutschland hat Orsted nach eigenen Angaben bisher rund 800 Megawatt Wind- und Solarenergiekapazität entwickelt. Viele weitere Projekte sind im Bau und in Planung, so Stefan Bachmaier, Geschäftsführer Onshore Deutschland bei Orsted. Orsted Onshore Deutschland beschäftigt knapp 80 Mitarbeitende an den Standorten Regensburg, Lauf an der Pegnitz, Hamburg, Essen und Potsdam.
Unabhängig von seinem europäischen Onshore-Geschäft besitzt und betreibt Orsted weiterhin sein Onshore-Geschäft in den USA, das seit Oktober 2025 als eigenständiges Unternehmen geführt wird.



