Das Logo auf dem Verwaltungsgebäude der Stadtwerke Bielefeld in Ostwestfalen.

Das Logo auf dem Verwaltungsgebäude der Stadtwerke Bielefeld in Ostwestfalen.

Bild: © Archiv Stadtwerke Bielefeld

Die Stadtwerke Bielefeld passen ihre Investitionsplanung an und greifen zu einschneidenden Sparmaßnahmen: Rund zehn Prozent der insgesamt 2900 Stellen sollen in den kommenden fünf Jahren abgebaut werden. Begründet wird dies in einer Pressemitteilung mit steigenden Kosten, einer unsicheren Förderkulisse und enger werdenden "kommunalen Spielräumen".

Der Stellenabbau soll sozialverträglich erfolgen. Welche Investitionen genau zurückgestellt respektive geprüft werden und welche Bereiche von dem Abbau betroffen sind, ist laut ZfK-Informationen noch nicht entschieden. Auch das Ziel, bis 2040 klimaneutral zu sein, schiebt der große Kommunalversorger nach hinten.

Um Einsparpotenziale zu heben, soll zusätzlich verstärkt auf Digitalisierung und Künstliche Intelligenz gesetzt werden, um Prozesse zu vereinfachen. Zudem sollen Ressourcen gezielter eingesetzt werden – sowohl in kaufmännischen Bereichen als auch im Netzbetrieb, in der Instandhaltung und im Kundenservice.

Finanzierungskraft soll gestärkt werden

Mit den Maßnahmen passe das Unternehmen seine Planungen an die deutlich veränderten wirtschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen an, heißt es.

"Unser Aktionsplan Klimaschutz bleibt fester Bestandteil der strategischen Ausrichtung. Gleichzeitig müssen wir aber das Wünschenswerte in das Machbare übersetzen", sagt Geschäftsführer Martin Uekmann. Mit der Anpassung der Planung würden die Stadtwerke Bielefeld die Grundlage dafür schaffen, auch unter anspruchsvollen Bedingungen eine stabile und verlässliche Versorgung für Stadt und Region sicherzustellen.

Priorisierung von Projekten, Klimaschutz bleibt Langfrist-Ziel

"Wir stehen vor großen Investitionen in die Energie‑ und Wärmewende, den Netzausbau und die Modernisierung unserer Infrastruktur. Damit wir diese Projekte in Bielefeld realisieren können, stärken wir unsere Innenfinanzierung. Wir wirtschaften verantwortungsvoll und verfolgen einen belastbaren, langfristigen Finanzierungsweg", sagt Geschäftsführer Rainer Müller.

Die Sicherstellung der Versorgung mit Energie, Wärme, Wasser und stabilen Netzinfrastrukturen habe höchste Priorität. Zentrale Infrastrukturprojekte sollen fortgeführt werden. Damit werde gewährleistet, dass die Versorgungssicherheit dauerhaft garantiert sei. Maßnahmen zum Klimaschutz würden langfristig verfolgt – in einer Reihenfolge und Geschwindigkeit, die finanziell tragfähig und technisch machbar sei. "Der Klimaschutz steht nicht zur Diskussion. Aber der Weg dorthin muss wirtschaftlich verantwortbar bleiben", so Müller.

ÖPNV-Ausbau stößt an wirtschaftliche Grenzen

Besonders im öffentlichen Personennahverkehr zeige sich der steigende Druck. "Und zwar nicht nur in Bielefeld: In ganz Deutschland beobachten wir Kostenentwicklungen, die deutlich über den ursprünglichen Erwartungen liegen", erklärt Martin Uekmann. Zusätzliche Ausbauwünsche würden bundesweit an wirtschaftliche Grenzen stoßen.

Die Stadtwerke Bielefeld und ihr Verkehrsunternehmen Mobiel konzentrierten sich daher darauf, die verlässliche Funktionsfähigkeit des bestehenden Systems zu sichern und auch hier notwendige Investitionen sorgfältig zu bewerten.

"Was wir in Sachen Stadtbahn‑ und Busverkehr anbieten und was wir in absehbarer Zeit vorhaben, kann sich bundesweit sehen lassen", sagt Martin Uekmann. Fakt sei aber auch, dass die finanziellen Spielräume in den Kommunen schrumpften. "Das muss allen klar sein, wenn eine zusätzliche Linie oder ein neuer On‑Demand‑Bus auf die Tagesordnung eines politischen Gremiums kommt."

In den vergangenen Jahren habe die Stadtwerke Bielefeld Gruppe zahlreiche Projekte umgesetzt, die maßgeblich zur Stabilität der Versorgung beitragen – etwa durch den Ausbau erneuerbarer Energien, der Weiterentwicklung der Fernwärme, der Modernisierung der Netze oder im Fortschritt zentraler Anlagenprojekte. Diese solide Basis ermögliche es der Gruppe, die anstehenden Herausforderungen geordnet und zielgerichtet anzugehen.

"Wir haben bewiesen, dass wir schwierige Situationen meistern können. Und wir tun das auch jetzt – planvoll und fokussiert in einer starken Unternehmensgruppe", versichert Martin Uekmann.

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