Der Düsseldorfer Händler Quadra Energy bleibt die Nummer eins bei der Wind-Direktvermarktung. Das Unternehmen des französischen Konzerns Total Energies meldete in diesem Bereich zu Jahresbeginn 7800 Megawatt (MW). Im Vergleich zum Vorjahr reduzierte sich das Windportfolio jedoch deutlich um 770 MW.
Auch der Zweitplatzierte, Statkraft Markets, büßte im Windsegment ein. Von 5800 MW Anfang 2025 ging es nun auf 5370 MW zurück. Der norwegische Direktvermarkter gab an, sich künftig weiterhin auf Wind, Photovoltaik, Batterien sowie hybride Anlagen konzentrieren zu wollen. "Wind soll dabei eine tragende Säule der Erzeugung bleiben", hieß es auf Anfrage.
Spitzenreiter mit Rückgängen im Windsegment
Einen deutlichen Rückgang verzeichnete auch das Windportfolio des drittplatzierten Direktvermarkters Gewi, einer Tochter von Getec Energie. Das Windkraftportfolio des Unternehmens schrumpfte zum Stichtag im Vorjahresvergleich um 270 MW auf 4730 MW. Dieser Trend setzt sich bei vielen Unternehmen fort, die an der ZfK-Umfrage teilgenommen haben. Eine Ausnahme bildete unter anderem der schwedische Konzern Vattenfall mit einem Zuwachs von 396 MW auf 4223 MW.
Im Solarsegment konnte der Direktvermarkter Next Kraftwerke seine Spitzenposition im Vorjahresvergleich behaupten. Dennoch musste auch das Kölner Unternehmen einen Rückgang um 780 MW auf 5820 MW hinnehmen. "Als großer PV-Vermarkter streben wir ein ausgewogenes Portfolio zwischen volatilen und flexiblen Anlagen an, um Vermarktungsrisiken zu minimieren", teilte Next Kraftwerke mit. Entsprechend balanciere er seinen Bestand über einen höheren Anteil gut regelbarer Photovoltaikanlagen aus und plane zudem ein stärkeres Wachstum im Speichersegment.
Darüber hinaus gab das Unternehmen den Einstieg in die Windvermarktung bekannt. "Über die Kombination aus kurzfristigem Handel an der Strombörse und marktpreisorientierter Vergütung garantieren wir Windanlagen einen Fixpreis für Strom", hieß es weiter.
EnBW bleibt vorne bei PV
Der Karlsruher Konzern EnBW hat sein PV-Direktvermarktungsportfolio im Vorjahresvergleich deutlich ausgebaut und erreichte zum Stichtag 5800 MW, nach 4700 MW im Vorjahr. Entsprechend zufrieden zeigte sich das Unternehmen auf Anfrage: "Wir können ein stetiges Wachstum unseres Portfolios verbuchen und sehen uns technologieübergreifend gut aufgestellt."
Ebenfalls deutlich zulegen konnte der Direktvermarkter Impuls Energy Trading im PV-Segment. 2425 MW bedeuten Platz fünf im Solar-Ranking. Das Kölner Unternehmen will durch den Gewinn weiterer White-Label-Partner, die Vertiefung bestehender Partnerschaften sowie die Etablierung neuer Produkte weiter wachsen. Zu den Angeboten zählen die eigene Direktvermarktung, Batterieoptimierung sowie die Unterstützung von Industrieunternehmen und sogenannten unabhängigen Stromproduzenzen (IPPs) bei der Abwicklung von Power-Purchase-Agreements (PPAs). Bei PPAs handelt es sich in der Regel um Direktlieferverträge zwischen Stromerzeugern und -abnehmern über eine längere Laufzeit.
Wenig Veränderungen bei Biomasse
Wenig Bewegung gab es im Jahresverlauf im Biomassesegment. Der Direktvermarkter Energy2market behielt mit einer unveränderten Portfoliogröße von 1654 MW seine Spitzenposition. Beim Unternehmen sorge das Portfolio aus etablierten Technologien wie Biomasse, Wasserkraft und KWK "für eine hohe Planbarkeit und Erlösstabilität", hieß es auf Anfrage. An zweiter Stelle folgt wie im Vorjahr der Kölner Direktvermarkter Next Kraftwerke. Dessen Biomasseportfolio verringerte sich von 1600 MW auf 1530 MW. Auf Rang drei landete einmal mehr EWE.



