In Australien werden erst dann wieder PCR-Tests eingesetzt, wenn das Abwasser-Screening Alarm schlägt.

In Australien werden erst dann wieder PCR-Tests eingesetzt, wenn das Abwasser-Screening Alarm schlägt.

Bild: © Monsitj/AdobeStock

Die Entwicklung eines Abwasser-Monitoringsystems für Covid-19 in Deutschland geht nur langsam voran. Jörg E. Drewes, Professor für Siedlungswasserwirtschaft an der Technischen Universität München (TUM), leitet ein Projekt im Berchtesgadener Land, wo die TUM zusammen mit dem Technologiezentrum Wasser (TZW) und Epidemiologen der Bundeswehr an einem System für die Früherkennung forscht.

In einem Interview mit dem „Spiegel“ beklagt der Forscher, dass es an der politischen Umsetzung mangele. Bundesgesundheitsministerium und Bundesumweltministerium seien sich nicht einig über Zuständigkeiten und Konzepte.

In Pandemiezeiten zu langsam

Drewes kritisierte laut dem Nachrichtenmagazin die Überbürokratisierung des Vorgehens, das „unter normalen Umständen in Ordnung, aber in einer Pandemie nicht zielführend“ sei. Die auch in anderen Zusammenhängen schon bemängelten Unterschiede der Voraussetzungen in Ämtern und Krisenstäben in den einzelnen Bundesländern sei eine weitere Hürde. „In dieser Krisensituation sollten wir nicht darauf warten, bis alles restlos validiert ist“, sagte Drewes dem „Spiegel“.

Dabei wäre ein funktionierendes, flächendeckendes Abwassermonitoring eine wichtige Stütze in der Pandemiebekämpfung. Denn damit könnten viel früher als mit Tests heranrollende Erkrankungswellen erkannt werden. Eine ausreichende Sensitivität ist mittlerweile belegt.

Steuerung aller Corona-Maßnahmen

In Australien werde das Abwassermonitoring bereits flächendeckend eingesetzt und diene als Steuerung der gesamten Corona-Maßnahmen. „Erst wenn die Häufigkeit der positiven Befunde im Abwasser ein bestimmtes Niveau überschreitet, wird wieder mit Individual-PCR-Tests losgelegt“, stellt Drewes in dem Interview fest. Das könnte man in gleicher Weise auch in Deutschland machen. (hp)

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