Schäden in Kanalsystemen sind für Menschen oft schwer zu erkennen. Wie gut wäre es da, wenn Künstliche Intelligenz (KI) aushelfen könnte? Bei Gelsenwasser ist genau das der Fall, wie das Unternehmen im Rahmen der VKU-Verbandstagung 2021 darstellte.
In Kooperation mit dem Spezialisten Hades lässt der Kommunalversorger sein Netz mithilfe von KI untersuchen und auswerten. Dabei wird der Zustand des Entwässerungssystems anhand von Videos in sogenannte Zustandsklassen eingeteilt.
KI plant und setzt Sanierungen um
Die Daten können dabei systematisch erfasst und ausgewertet werden. Anschließend geht es darum, ob und welche Sanierungsmaßnahmen nötig sind. Auch hier hilft KI vom Sanierungsplan bis zur Umsetzung mit.
Der Bedarf an Sanierungen in deutschen Entwässerungssystemen ist derweil groß. Nach einer DWA-Umfrage befinden sich derzeit 120.000 Kilometer Kanalnetz in Deutschland in den schlechtesten Zustandsklassen.
Wann eine Sanierung nachhaltig ist
"Sanierungsentscheidungen sind oft nicht gut getroffen“, sagt Agnes Janda, Leiterin Kanalinfrastruktur, Gelsenwasser. Tatsächlich zeigen Studien, dass 20 Prozent der Entscheidungen nicht ideal seien.
Jandas These: Je besser die Datenbasis sei und je genauer die Datenauswertung ausfalle, desto nachhaltiger gestalte sich auch die Sanierungsentscheidung.
Zeitaufwändige manuelle Auswertung
Früher habe man Videos aus der Kanalinspektion manuell ausgewertet. "Diese Methode ist natürlich sehr zeitaufwendig", gibt Janda zu bedenken. Zudem entstünden leichter Fehler.
Hades-Mitgründer Christian Koch betonte, dass sein Unternehmen Schnittstellen zu bestehenden IT-Systemen biete, etwa zu Geoinformationssystemen. Inzwischen setzten auch andere kommunale Versorger auf die Technologie von Hades, so etwa die Wirtschaftsbetriebe Duisburg. (jk)
Anmerkung: Dieser Artikel wurde aktualisiert und um ein paar Ungenauigkeiten und Fehler bereinigt.



