Das Bremer Marktforschungsinstitut Trend Research hat sich in einer neuen Studie die Marktentwicklung von Monoverbrennungsanlagen angeschaut. Derzeit sind in Deutschland 23 solcher Anlagen mit einer Gesamtkapazität von insgesamt 620.000 Tonnen Trockensubstanz in Betrieb. Bis 2030 ist jedoch ein Zubau von 33 weiteren Anlagen geplant. Fokusregionen sind: Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.
Kritiker stimmt der Boom nachdenklich – ein sogenannter "Schweinezyklus" wird befürchtet. Trend Research geht davon aus, dass das Klärschlammaufkommen in den kommenden Jahren zurückgehen wird. Fielen in kommunalen Kläranlagen vor drei Jahren noch 1,77 Mio. Tonnen an, reduziert sich die Masse an Trockensubstanz bis 2030 auf 1,71 Mio. Tonnen.
Mitverbrennung und bodenbezogene Verwertung billiger
Dienstleister, Planer und Anlagenbauer mahnen nicht nur deshalb vor erheblichen Preisschwankungen in der thermischen Verwertung. Neben den 33 offiziell geplanten Neubauprojekten kursieren in der Branche Pläne für fünf weitere Anlagen. Laut Studienautoren würden die Monoverbrennungsanlagen dann zehn Prozent des Gesamtmarktes halten. Der rückläufige Bedarf in Kombination mit einem massiven Zubau könnte zu unausgelasteten Anlagen und einer Verteuerung der Verbrennung führen. Hinzu kommt noch, dass die Möglichkeit der Mitverbrennung und auch die eingedämmte landwirtschaftliche Verwertung aufgrund von Kostenersparnissen voraussichtlich weiter genutzt werden. (ls)



