"Durchbruch" beim Bismarckstraßensiel in Hamburg: Das Siel, im Drachenprofil, wird bis Ende 2019  fertiggestellt.

"Durchbruch" beim Bismarckstraßensiel in Hamburg: Das Siel, im Drachenprofil, wird bis Ende 2019 fertiggestellt.

Bild: © Hamburg Wasser

Durchbruch in Hamburg: Im Stadtteil Hoheluft hat der unterirdische Tunnelbohrer den Zielschacht des Bismarckstraßensiels erreicht, teilte Hamburg Wasser mit. Das Bismarckstraßensiel wird im Rahmen eines großen Gewässerschutzprogramms gebaut, das sogenannte Innenstadtentlastungsprogramm (IEP ). Mit der Umsetzung des IEP hat Hamburg Wasser im Oktober 2011 begonnen. Dabei verfolgt das Unternehmen vor allem das Ziel, den Isebekkanal vor Mischwasserüberläufen zu schützen.

Das IEP besteht aus dem Neubau dreier Siele, Transportsiel Isebek, Transportsiel Wallring und das Bismarckstraßensiel. Der Bau des Transportsiel Isebek ist bereits abgeschlossen. Das neue Siel soll größere Mengen Regenwasser aufnehmen, die nach starken Niederschlägen bislang teilweise in den Isebekkanal geflossen sind. Erst wenn alle neuen Siele in Betrieb sind, wird die volle Entlastung des Isebekkanals erreicht, heißt es.

Sanierung historischer Stammsiele möglich

Im Rahmen des IEP erreicht Hamburg Wasser neben dem Gewässerschutz ein weiteres Ziel: Durch den Neubau der Transportsiele könne das historische Stammsielnetz zeitweise entlastet und so Sanierungsmöglichkeiten für zwei historische Stammsiele geschaffen werden. 

Das Bismarckstraßensiel liegt zwischen Weidenstieg und Mansteinstraße. Es hat eine Länge von rund 900 Metern. Die Baukosten erreichen rund 15 Mio. Euro, die Bauzeit erstreckt sich zwischen März 2017 und Ende 2019. Verbaut wird ein Drachenprofil DR 1800 (Innendurchmesser 1,80 Meter); dies bedeutet, dass es außen kreisrund ist und einen inneren Radius von 90 Zentimetern hat, sein Querschnitt in Richtung Sohle aber verjüngt ist, damit die Fließgeschwindigkeit auch bei Trockenwetter hoch bleibt.

Überlaufmengen sinken

Durch den Neubau von Transportsiel Isebek und Bismarckstraßensiel können drei bestehende Überlaufbauwerke in den Isebekkanal außer Betrieb gehen (Ecke Bogenstraße, Ecke Bundesstraße, Weidenstieg). Die Speicherkapazität steigt erheblich: Die durchschnittlichen Überlaufmengen werden von derzeit 42 600 Kubikmeter pro Jahr (cbm/a) auf 18 800 cbm/a reduziert. Anders ausgedrückt: Statt wie bisher rund dreimal pro Jahr, wird es künftig in der Bismarckstraße nur alle drei bis fünf Jahre dazu kommen, dass nach heftigem Regen Mischwasser in den Isebekkanal fließt. Das dann überlaufende Wasser wird wesentlich stärker verdünnt sein, als es bislang der Fall ist, weil aufgrund der größeren Siele garantiert ist, dass die Schmutzfracht, die sich bei Trockenwetter im Siel angesammelt hat, Richtung Klärwerk transportiert wird, bevor es zum Überlauf kommt. (al)

(dpa/al)

 

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