Und los geht es: Umweltstaatsekretär Stefan Tidow (links) und Wasserbetriebe-Vorstandschef Jörg Simon beim symbolischen ersten Spatenstich.

Und los geht es: Umweltstaatsekretär Stefan Tidow (links) und Wasserbetriebe-Vorstandschef Jörg Simon beim symbolischen ersten Spatenstich.

Bild: © Berliner Wasserbetriebe/Ole Heinrich

Stück für Stück haben die Berliner Wasserbetriebe für den Start in die neue Ära des seit 1890 betriebenen Pumpwerks der Sophie-Charlotte-Straße ein Grundstück des benachbarten Gebiets des früheren Güterbahnhofs erworben. Jetzt fiel der Spatenstich für die 60-Millionen-Euro-Umweltinvestition. Mit dem Neubau des Abwasserhauptpumpenwerks Charlottenburg sollen bald alle 163 Pumpwerke der Hauptstadt aus einer Zentrale überwacht und gesteuert werden.

"Der Neubau ist nicht nur technisch notwendig, er ist umweltpolitisch sinnvoll und erspart Investitionen an anderer Stelle", unterstreicht Jörg Simon, Vorstandsvorsitzender der Berliner Wasserbetriebe. Der Regenwasserspeicher, ein 7000 Kubikmeter großer "Abwasser-Parkplatz", und das neue Pumpwerk, sollen dafür sorgen, dass weniger mit Nähr- und Schadstoffeinträgen verunreinigtes Regenwasser in die Flüsse und Seen gelangt. Damit das gelingt, lässt sich das Teilgebiet Westend vom neuen Pumpwerk abkoppeln. Somit könne künftig in den Kanälen selbst und im Becken immens mehr Wasser aufgestaut und die Spree vor Überläufen bewahrt werden, teilten die Berliner Abwasserbetriebe mit.

Aus Sicherheitsgründen: Anfangs paralleler Betrieb von Alt- und Neubau

Der Neubau des zweitgrößten Berliner Abwasserpumpwerks mit einem Einzugsgebiet von 110 000 Einwohnern sei in doppelter Weise eine technische Herausforderung. So liegt der Saugeraum des Werks, in dem das Schmutz- und Regenwasser aus der Kanalisation zusammenfließt, 14 Meter unter dem Gelände und damit tief im Grundwasser, dessen Spiegel die benachbarte Spree markiert.

Damit der Übergang vom alten auf das neue Werk reibungslos klappt, werden zahlreiche Leitungen von Trinkwasser bis Gas um- und neu verlegt. Um komplett sicher zu gehen, wird es  eine Zeit lang einen Parallelbetrieb zwischen Neu- und Altwerk geben. Dazu müssen in die ohnehin dicht mit Leitungen jeder Art belegte Straße beide Werke unterirdisch mit Kanälen im Zulauf und zu den Klärwerken im Abstrom verbunden werden. Davon betroffen sind Kanäle und Rohre mit Durchmesser zwischen einem und 2,40 Metern. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis 2021. Dabei wird auch der bereits vorhandene 2,40 Meter mächtige Abwasserkanal um 210 Meter verlängert, damit auch dieser künftig als Stauraumkanal genutzt werden kann. (sg)

 

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper