Die Schleswiger Stadtwerke setzen zur Reinigung der Schlei einen Katamaran mit einer selbst konstruierten Reinigungsvorrichtung ein. Er wurde heute in Betrieb genommen und soll in den nächsten Monaten die Schlei von Verunreinigungen säubern. Die Partikel stammen aus der Kläranlage der Schleswiger Stadtwerke.
Vor etwa sechs Wochen traten vermehrt Verunreinigungen mit Plastikpartikeln in dem Meeresarm auf. Erste Spuren der Plastikpartikel wurde bereits im Januar gefunden, worauf die Untere Aufsichtsbehörde und die Stadtwerke erste Analysen anstellten. Als Emittent wurde damals die Kläranlage ermittelt. Seither säubern Mitarbeiter der Stadtwerke und andere beauftragte Kräfte die Schlei von den Verunreinigungen.
Plastikpartikel stammen von Zulieferer der Kläranlage
Die Plastikpartikel stammen von Refood, einem Zulieferer von Speiseresten, die im Faulturm mitvergoren werden. Am 5. April gingen der Werkleiter der Schleswiger Stadtwerke -Abwasserentsorgung-, Wolfgang Schoofs, und der Bürgermeister der Stadt Schleswig, Arthur Christiansen, mit dem Kooperationsvertrag an die Öffentlichkeit, um für mehr Transparenz zu sorgen. Laut Vertrag hätte der Zulieferer Refood die Kunststoffpartikel entfernen müssen.
Doch Refood hatte dies in jüngster Vergangenheit nicht mehr getan. Bis Oktober 2016 enthielt das Substrat laut der Lieferscheine keine Kunststoffteile, die größer als zwei Millimeter waren, erklärten die Schleswiger Stadtwerke. Seit November 2016 weisen die Lieferscheine geringe Menge an Kunststoffen auf. Bei einer durchschnittlichen Liefermenge von 1200 Tonnen pro Monat lieferte Refood rund 18 Kilogramm Fremdstoffe (zum Beispiel Glas, Metall, Kunststoff) pro Monat mit. Diese Menge an Fremdstoffen filterten die vier Filterstufen in der Kläranlage wahrscheinlich komplett heraus, da die regelmäßigen Überprüfungen der Kontrollbehörden nichts Auffälliges feststellten. Im Januar 2018 stieg dann der Fremdstoffanteil auf 224 Kilogramm (gut das Zehnfache der vorherigen Mengen) bei einer gelieferten Gesamtmenge von 1700 Tonnen. Insgesamt seien seit November 2016 488 Kilogramm Kunststoffpartikel durch Refood in die Kläranlage gelangt. Wobei der Großteil der Fremdstoffe durch die Kläranlage herausgefiltert worden war.
"Wir werden Herr der Dinge"
Der Geschäftsführer der Stadtwerke, Wolfgang Schoofs, zeigte sich nun zuversichtlich, mit Hilfe des Schiffes das Problem in den Griff zu bekommen. "Ich glaube, wir werden Herr der Dinge", sagte Schoofs der Nachrichtenagentur DPA. (al)



