Anhand von Videomaterial soll die künstliche Intelligenz von Hades Risse und Defekte in Kanalsystemen erkennen. (Symbolbild)

Anhand von Videomaterial soll die künstliche Intelligenz von Hades Risse und Defekte in Kanalsystemen erkennen. (Symbolbild)

Bild: © Mulderphoto/AdobeStock

Medikamentenrückstände, Mikroplastik und andere Schadstoffe werden zunehmend zur Herausforderung in Kläranlagen. Um kostspielige Ausbauten der Anlagen für sauberes Trinkwasser zu vermeiden, müsse der Wasserkreislauf stärker vor Mikroschadstoffen geschützt werden, heißt es in einem Positionspapier des Bundesverbands der Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft. «Es geht um die menschliche Gesundheit», sagte Thomas Nelle, technischer Leiter des Abwasserbetriebs bei Gelsenwasser, am Dienstag.

Weitere Reinigungsstufen in Kläranlagen werden nach seinen Angaben nicht alle Mittel herausbekommen. Als Beispiel nannte Nelle Röntgenkontrastmittel. Nutzen die Patienten spezielle Urinbeutel, könne man das Kontrastmittel über den Restmüll entsorgen statt es in den Wasserkreislauf gelangen zu lassen.

Klarere Vorgaben

Gängige Kläranlagen reinigen das Wasser in drei Stufen. Diskutiert wird über den Bau einer vierten Stufe. «Auch die vierte und fünfte Reinigungsstufe wird nicht alle Mittel herausbekommen», sagte Nelle. Mit ihnen werde die Abwasserreinigung auch deutlich teurer. Gefordert werden eine bessere Verbraucheraufklärung zum Abwasser und klare Zielvorgaben für den Schadstoffeintrag etwa aus dem Verkehr und der Landwirtschaft.

In dem Papier fordert der Verband auch einen klaren rechtlichen Rahmen für die Wiederverwendung von Wasser. Speicher für Regenwasser und gereinigtes Abwasser müssten gefördert werden, um Trockenheit und Starkregen besser zu bewältigen. Weiter vorangetrieben werden sollen die Digitalisierung der Wasserwirtschaft und das Recycling von Nährstoffen, etwa von Phosphat aus Klärschlamm. Verbandspräsident Peter Kurth rief zu einer stärkeren Zusammenarbeit von privaten Dienstleistern und Kommunen auf. (dpa/hp)

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