Wasser

Biggetalsperre: Betriebsauslass ist fit für die nächsten Jahrzehnte

Der zweite Teil der Arbeiten ist abgeschlossen. Damit steht das redundante Sicherheitssystem wieder vollumfänglich zur Verfügung.
06.07.2021

Blick in den Untergrund des Kraghammer Sattels der Biggetalsperre: Die Arbeiten konnten nicht vor Ort durchgeführt werden. Die Teile mussten per Schwertransport zur Herstellerfirma gebracht werden, die einen neuen blauen Korrosionsschutzanstrich aufgebracht hat.

Der Ruhrverband hat die Komplettüberholung des zweiten der beiden Rohrstränge, die zusammen den Betriebsauslass der Biggetalsperre im Kraghammer Sattel bilden, mit dem Wiedereinbau des 30 Tonnen schweren Ringkolbenventils abgeschlossen. Bereits im Sommer vergangenen Jahres war der erste Rohrstrang in gleicher Weise überholt worden, sodass nun beide Ablassleitungen neu sind.

Der Betriebsauslass im Kraghammer Sattel dient als redundantes System zu der durch das Biggekraftwerk führenden Leitung, über die die Wasserabgabe aus der Biggetalsperre im Normalbetrieb gesteuert wird. Dies stellt sicher, dass die Talsperre auch bei Störungen oder Revisionen an der Kraftwerksleitung uneingeschränkt betriebsbereit bleibt.

Rasche Schließung bei Störungen

Der Betriebsauslass besteht aus zwei Rohrsträngen von jeweils 1,80 Metern Durchmesser, durch die bis zu 40 Kubikmeter Wasser in der Sekunde in die Ihne abgegeben werden können. Der Durchfluss lässt sich an jedem Strang durch ein Ringkolbenventil stufenlos regeln bzw. mithilfe eines Einlaufschiebers komplett abriegeln. Außerdem sind in beiden Rohrsträngen Klappen als Rohrbruchsicherungen verbaut, die die jeweilige Leitung bei einer Störung innerhalb kürzester Zeit ohne elektrische Energie verschließen können.

Weil die ständige extreme Luftfeuchtigkeit in der Bedienkaverne des Betriebsauslasses für das komplett aus Stahl bestehende System eine große Belastung darstellt, kommt dem Korrosionsschutz eine hohe Bedeutung zu. Deshalb musste der Schutzanstrich, der zunehmende Schäden aufwies, neu aufgetragen werden.

Aufwendiger Prozess

Da dies wegen der klimatischen Bedingungen „unter Tage“ nicht möglich war, wurden beide Stränge inklusive der beweglichen Teile nacheinander demontiert, per Schwertransport zur Herstellerfirma nach Heidenheim gebracht, dort überholt und anschließend wieder an Ort und Stelle eingebaut. Für die neue Schutzschicht in glänzendem Blau wird eine Haltbarkeit von mindestens 25 Jahren angenommen. (hp)