Die Niedrigwasserampel soll die Öffentlichkeit für Situationen sensibilisieren, in denen beispielsweise Wasserentnahmen aus Fließgewässern vermieden werden sollten.

Die Niedrigwasserampel soll die Öffentlichkeit für Situationen sensibilisieren, in denen beispielsweise Wasserentnahmen aus Fließgewässern vermieden werden sollten.

Bild: © MLUK/Screenshot

Brandenburg will mit zahlreichen Maßnahmen auf die Klimaveränderungen und den damit einhergehenden Wassermangel reagieren. Dazu hat das Umweltministerium ein Gesamtkonzept erarbeitet, das am Dienstag im Kabinett vorgestellt wurde.

Grundlage bildet ein nach den Dürrejahren 2021 erstelltes Konzept, in dem eine Handlungsstrategie und ein Vorsorge-Maßnahmenplan verankert sind, um auf extremes Niedrigwasser zu reagieren, wie das Umweltministerium mitteilte. Ein Team von Ingenieuren soll in den 16 Flussgebieten des Landes die Umsetzung der Pläne in den nächsten fünf Jahren fachlich begleiten und steuern. Eine sogenannte Niedrigwasserampel, ein Pegelsystem zur Kontrolle, ging dazu am Dienstag online.

Ampel zeigt Wassersituation

Die Niedrigwasserampel bildet an 26 Referenzpegeln die Wassersituation im Land Brandenburg ab und bietet mit den Ampelphasen Anhaltspunkte für eine beginnende oder eingetretene Niedrigwassersituation. Neben einer grünen Pegelphase, die einen stabilen Wasserhaushalt signalisiert, zeigt gelb die Unterschreitung des hydroökologischen Mindestabflusses und damit den Vorsorgewert an. Eine rote Ampelphase an einem Pegel steht für eine problematische Niedrigwassersituation.

Die Niedrigwasserampel dient mit den einzelnen Phasen der Sensibilisierung der Öffentlichkeit für derartige Situationen, in der beispielsweise Wasserentnahmen aus den Fließgewässern vermieden werden sollten. Sie kann den zuständigen Fachverwaltungen als wichtiger Anhaltspunkt dafür dienen, Maßnahmen zur Entlastung der Situation oder zur Vermeidung von Schäden einzuleiten.

Suche nach Lösungen für die Wasserversorgung

Das neue Wasserkonzept für Brandenburg umfasst darüber hinaus den Blick auf die natürlichen Wasserressourcen und das Grundwasser, aber auch Bergbaufolgen und der Wasserhaushalt Lausitz werden einbezogen – genauso wie der ökologische Zustand der Gewässer, Hochwasserschutz und Moorschutz. Außerdem sucht eine Arbeitsgruppe „Wasserperspektiven östliches Berliner Umland“ gemeinsam mit kommunalen Akteuren nach nachhaltigen Lösungen für die Wasserver- und -entsorgung.

Brandenburg gehört zu den niederschlagsärmsten Regionen Deutschlands, erklärte der brandenburgische Umweltminister Axel Vogel. Durch die sich zuspitzende Klimakrise werde sich diese Entwicklung noch weiter fortsetzen. Zugleich würden Wetterextreme wie Hochwasser- und Starkregenereignisse nach den Prognosen häufiger auftreten. «Deshalb braucht es neben erheblichen Anstrengungen für den Klimaschutz ebenfalls konsequente Maßnahmen zur Klimaanpassung.» (dpa/hp)

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