Michael Fehr von der Firma Terraq nimmt für die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) an einer Messstelle eine Grundwasserprobe die in einem Labor auf Nitrat überprüft wird. Im Kampf gegen zu viel Nitrat im Grundwasser kommen strengere Auflagen fürs Düngen auf die deutschen Bauern zu.

Michael Fehr von der Firma Terraq nimmt für die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) an einer Messstelle eine Grundwasserprobe die in einem Labor auf Nitrat überprüft wird. Im Kampf gegen zu viel Nitrat im Grundwasser kommen strengere Auflagen fürs Düngen auf die deutschen Bauern zu.

Bild: © Uli Deck/dpa

Eine neue Möglichkeiten zur Verringerung der Nitrateinträge bei der Düngung will ein Forschungsprojekt in der oberbayerischen Region Burghausen untersuchen. In einem dortigen Trinkwasserschutzgebiet soll ein neues webbasiertes Nährstoffmanagementsystem erprobt werden. Es soll die Effizienz der Stickstoffdüngung erhöhen – und damit die Nitrateinträge ins Grundwasser reduzieren helfen.

Das System biete damit ökonomische und ökologische Vorteile, hieß es seitens des Landeswirtschaftsministeriums. Wissenschaftler verschiedener Einrichtungen, Trinkwasserversorger und rund 20 Landwirte – darunter Biobauern – beteiligen sich.

Wie funktioniert es?

Für die praktische Umsetzung auf dem Feld werden am Traktor Sensoren befestigt, die den Nährstoffgehalt der Pflanzen erfassen. Daraus wird errechnet, wie viel Dünger auf dem jeweiligen Feld ausgebracht werden soll. Bisher seien bei digitaler Düngung Modelle verwendet worden, die auf optimale Erträge programmiert waren, hieß es.

Nun solle erstmals der Grundwasserschutz im Vordergrund stehen, egal ob Gülle oder Kunstdünger angewendet werden. Die Werte des Grundwassers sollen fortlaufend kontrolliert werden. Geprüft werden soll auch, wie sich eine Reduzierung der Stickstoffdüngung um 20 Prozent auf Erträge und Trinkwasser auswirkt. Diese Einschränkung soll gemäß der umstrittenen Düngeverordnung für sogenannte rote Gebiete vorgeschrieben werden.

Projekt wird mit 600.000 Euro gefördert

Forscher der Hochschule Weihenstephan, der Technischen Universität München und der Landesanstalt für Landwirtschaft arbeiten an dem auf drei Jahre angelegten Projekt mit. Das Agrarministerium unterstützt es mit 600.000 Euro. Vorreiter waren unter anderem Untersuchungen im Gebiet der Gemeinde Hohenthann, die mit der höchsten Schweinemastdichte in Bayern besonders viel Gülle und damit einen besonderen Bedarf an Lösungen hatte. (dpa/gun)

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