Bei SkyTEM-Befliegungen schleppt ein Hubschrauber in rund 30 Metern Höhe eine große, sechseckig geformte Antenne über die Geländeoberfläche.

Bei SkyTEM-Befliegungen schleppt ein Hubschrauber in rund 30 Metern Höhe eine große, sechseckig geformte Antenne über die Geländeoberfläche.

Bild: © Eike Bruns/LBEG

Ein ungewöhnliches Bild ist derzeit am Himmel zwischen Bremerhaven, Bremervörde und Osterholz-Scharmbeck zu beobachten. Seit Montag, 23. Oktober, bis voraussichtlich Freitag, 10. November, schleppt ein Hubschrauber in rund 30 Metern Höhe eine große Antenne über den Erdboden. Hintergrund sind geophysikalische Messungen, die das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) vornehmen lässt.

Mit diesen Messungen wollen die Spezialisten beim LBEG genauere Informationen zum Aufbau der Grundwasserleiter und über eine mögliche Versalzung des Grundwassers gewinnen. Im Rahmen des EU-Interreg-Projektes Blue Transition zeichnen sie die spezifischen elektrischen Widerstände im Untergrund bis in eine Tiefe von etwa 300 Metern auf.

Magnetfelder sondieren Untergrund

Bei diesem sogenannten SkyTEM-Verfahren werden über die Antenne kurzzeitig Magnetfelder erzeugt, um die Leitfähigkeit des Untergrundes zu messen. So lassen sich die geologischen und hydrogeologischen Verhältnisse im Untergrund ermitteln. „Messen wir hohe Widerstände, haben wir einen Hinweis auf Sand oder Kies, niedrige Widerstände deuten auf Ton oder Salzwasser hin“, erklärt Eva González, die beim LBEG das Projekt mit betreut.

Dazu schleppt der Hubscharuber die Antenne auf nord-süd-ausgerichteten Linien in durchschnittlich 300 Metern Abstand über die Erdoberfläche. Das Befliegungsgebiet liegt zwischen Bad Bederkesa im Norden und Gnarrenburg im Süden sowie zwischen Beverstedt im Westen und Bremervörde im Osten. Größere Wohngebiete und Anlagen werden umflogen.

Informationen zu Versalzungsbereichen

Im Anschluss an die Befliegung nutzen die Experten die geophysikalischen Daten zur Erstellung eines geologischen Untergrundmodells, auf dessen Basis die Grundwasser-Versalzungsbereiche speziell in den Rinnenstrukturen, die in der Elster-Kaltzeit vor rund 320.000 bis 400.000 Jahren entstanden sind, kartiert werden können. Diese Informationen sind wichtige Eingangsdaten bei der Ausweisung von Trinkwasserschutzgebieten und spielen für die Dimensionierung und den Ausbau von geothermischen Bohrungen eine große Rolle.

Das LBEG beauftragt in unregelmäßigen Abständen SkyTEM-Befliegungen, um landesweit möglichst viele Informationen über Grundwasserleiter sammeln zu können. Zuletzt gab es Befliegungen im Frühjahr dieses Jahres westlich von Lüneburg. Bereits 2019 und 2020 hat das LBEG die südwestlich vom jetzigen Gebiet gelegenen Bereiche bei Rotenburg (Wümme) und Zeven befliegen lassen. (hp)

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