Seit Bestehen des Wiesbadener Hauptklärwerks sind die Anforderungen an die Abwasserreinigung stetig gestiegen. Wegen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) dürften in Zukunft noch strengere Vorgaben für das gereinigte Abwasser einzuhalten sein.

Seit Bestehen des Wiesbadener Hauptklärwerks sind die Anforderungen an die Abwasserreinigung stetig gestiegen. Wegen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) dürften in Zukunft noch strengere Vorgaben für das gereinigte Abwasser einzuhalten sein.

Bild: © Landeshauptstadt Wiesbaden

Bei einem Pilotprojekt im Wiesbadener Hauptklärwerk werden antibiotikaresistente Bakterien, Medikamentenrückstände und Mikroplastik fast vollständig aus dem Wasser entfernt. «Es funktioniert. Das Mikroplastik ist ganz raus und der Rest größtenteils», sagte Susanne Lackner von der Technischen Universität Darmstadt, die das in Hessen einzigartige Projekt begleitet.

Nicht nur die antibiotikaresistenten Bakterien würden größtenteils mit dem von einer Firma entwickelten Verfahren aus dem Wasser beseitigt, sondern auch deren wesentlich kleineres Genmaterial. Dazu durchläuft das Wasser nach der konventionellen Reinigung zwei weitere Stufen, bei denen Aktivkohle und Membranfilter eingesetzt werden. Diese zusätzliche Säuberung dauert etwa zwei bis drei Stunden.

Relativ geringe Mehrkosten

Die Einführung dieses Verfahrens für die gesamte Kläranlage würde etwa 30 bis 35 Mio. Euro kosten, erklärte Christoph Seelos von den Entsorgungsbetrieben der Landeshauptstadt Wiesbaden (ELW), die sich an dem Forschungsprojekt beteiligen. Für den Verbraucher würde dies pro Kopf maximal zehn Euro jährlich Mehrkosten bedeuten.

Vor zwei Jahren war das Projekt gestartet, derzeit wird laut Lackner an der Optimierung gearbeitet. «Wir prüfen zum Beispiel, welche Aktivkohle am besten geeignet ist und beschäftigen uns mit den Fragen, was noch durch den Membranfilter durchgeht und warum», sagte sie. Das Pilotprojekt läuft noch rund neun Monate. (dpa/hp)

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