In der Studie „Auswirkungen des Klimawandels auf den Grundwasserhaushalt“ hat die Arbeitsgemeinschaft Wasserversorgung Rhein-Main (WRM) verschiedene Klimaszenarien untersucht. Die Grundwasser-Neubildungsrate schwankt im Groben bis 2050 je nach Klimaprojektion zwischen einer Zunahme um 50 Millimeter pro Jahr bis zu einer Abnahme um 50 Millimeter pro Jahr. Regional gibt es aber Unterschiede.
Das bedeutet, dass es bis 2040/2050 voraussichtlich nur moderate Veränderungen der natürlichen Grundwasser-Neubildung gibt. Signifikante Modifikationen sind erst nach der Mitte des Jahrhunderts zu erwarten. Laut der 57-seitigen Untersuchung ist mit einer Konzentration der Neubildungsphase auf kürzere Zeiträume im Winterhalbjahr zu rechnen. Daher wird die saisonale Schwankung der Grundwasserstände zunehmen.
Lokal große Unterschiede
Auch werde es mehr Wetter-Extremperioden geben, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Zu- und Abnahme des Grundwassers. Diese eher generellen Aussagen müssen lokal vertieft untersucht werden. Denn die Grundwasser-Neubildung ist stark von hydro(geo)logischen Standortfaktoren abhängig, die örtlich sehr unterschiedlich sein können.
Im Hinblick auf die öffentliche Wasserversorgung ergebib sich laut der Studie trotz der moderaten Klimaauswirkungen Handlungsbedarf. Grundsätzlich haben sich im Hessischen Ried seit vielen Jahren die Infiltrationsanlagen als zentrales Element der Grundwasserbewirtschaftung bewährt. Die vorhandenen Infiltrationsanlagen sind im näheren Umfeld von Wasserwerken geeignet, um die durch den Klimawandel verursachten Änderungen der Grundwasserstände vollständig zu kompensieren, heißt es in der Analyse.
Infiltration muss erweitert werden
Abseits der bestehenden Standorte sei dies nicht möglich. Hier wäre die Errichtung zusätzlicher Infiltrationsstandorte zu prüfen. In Bereichen mit einer Stockwerksgliederung im Grundwasserleiter könnte eventuell Grundwasser aus tieferen Schichten entnommen werden. Um flexibel agieren zu können, sollte der Leitungsverbund zwischen verschiedenen Gewinnungsbereichen ausgebaut werden. Damit könnten temporär Fördermengen zwischen einzelnen Brunnen oder ganzen Gewinnungsanlagen verlagert werden.
In der Arbeitsgemeinschaft Wasserversorgung Rhein-Main (WRM) arbeiten Vertreter von Behörden, Institutionen und die wichtigsten südhessischen Wasserbeschaffungsunternehmen zusammen mit dem Ziel, die sich wandelnden Rahmenbedingungen für eine sichere und zukunftsfähige Wasserversorgung zu beschreiben, zu bewerten und fortzuentwickeln. Zu den Wasserversorgern zählen unter anderem Hessenwasser, der Wasserverband Kinzig und der Wasserverband Hessisches Ried. (hp)

