Im Einzugsgebiet des Trinkwasserflusses Ruhr wird es zunehmend trockener und wärmer. Dieses Fazit hat der Ruhrverband nach dem Ende des sogenannten Abflussjahres 2020 (31. Oktober) gezogen. Zum zwölften Mal in Folge seien im Einzugsgebiet der Ruhr weniger Niederschläge als im langjährigen Mittel gefallen, teilte der Wasserwirtschaftsverband am Donnerstag in Essen mit.
Eine besondere Rekordmarke habe die Sechs-Monats-Phase von April bis September gesetzt, in der gerade einmal 58 Prozent der in diesem Zeitraum üblichen Regenmenge fielen. "Nur ein einziges Mal seit Beginn der Niederschlagsaufzeichnungen, nämlich im extremen Trockenjahr 1959, war dieser Zeitraum noch trockener gewesen", sagte eine Sprecherin.
Februar nassester Monat
Trockenster Monat war der Mai, in dem nur 23 Liter pro Quadratmeter fielen. Nassester Monat des Jahres war der Februar. Mit 204 Millimetern verzeichnete er rund zweieinhalb Mal so viel Niederschlag wie im Schnitt.
Auch werde es immer wärmer, hieß es weiter. Die Durchschnittstemperatur lag 1,3 Grad über dem Mittelwert der Jahre 1981 bis 2010.
Vergleich mit Dürrejahr 2018
Die Talsperren des Ruhrverbands waren am Donnerstag zu fast 58 Prozent gefüllt. Dies entsprach knapp 82 Prozent vom langjährigen Mittel. Zum Vergleich: Im Dürrejahr 2018 lag der Füllstand am 12. November bei knapp 46 Prozent, 65 Prozent vom langjährigen Mittelwert.
"Winterliche Aufstauphase kommt"
Sorgen machen müsse man sich nicht, sagte die Sprecherin weiter. "Die Erfahrung der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass die winterliche Aufstauphase nach wie vor kommt und intakt ist." Die Talsperren des Ruhrverbandes liefern Trinkwasser für rund 4,6 Millionen Menschen im Ruhrgebiet. (dpa/ab)
