Etwa 400 große und kleine Leckagen an Trinkwasserleitungen spüren die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) pro Jahr auf. Dafür sind Suchtrupps täglich im Stadtgebiet unterwegs. Außerdem nutzt der Versorger verschiedene technische Verfahren, darunter die kontinuierliche Überwachung der Wasserabnahmen an geeigneten Stellen im Netz, etwa an Pumpen und Behältern.
Nun erproben die WSW eine neue Methode bei der Überwachung des Trinkwassernetzes, die möglicherweise preiswerter und effizienter ist. Dabei werden kleine Ultraschall-Messsonden direkt auf die Leitungsrohre montiert. Der Aufwand für die Montage ist gering, denn die Leitungen müssen dafür nicht abgesperrt werden, stellen die WSW fest.
Übertragung über eigenes LoRaWAN-Netz
In dem Testgebiet im Wuppertaler Stadtteil Langerfeld wurden mehrere Sonden verbaut. Sie übertragen Daten über das LoRaWAN der WSW, das eine Alternative zum bisher genutzten LTE-Funknetz darstellt.
„Die LoRaWAN-Funktechnologie gibt uns die Möglichkeit, Daten von Sensoren aufzunehmen, die nicht an die Stromversorgung angeschlossen sein müssen“, erklärt Sören Högel, Leiter Digitale Lösungen bei den WSW. „Über unsere Plattform können wir Daten bereitstellen und visualisieren. So können Mehrwerte für WSW und auch andere geschaffen werden.“
Kostenanalyse steht noch aus
Eine wichtige Erkenntnis haben die WSW bereits gewonnen: Das LoRaWAN ist in der Lage, die bei den kontinuierlichen Messungen anfallenden Datenmengen sicher zu übertragen. Untersucht werden muss noch, ob sich die Technik auch betriebswirtschaftlich rechnet. Nach Abschluss des Feldversuchs wollen die WSW entscheiden, ob ein weiterer Ausbau der funkgestützten Trinkwassernetz-Überwachung sinnvoll ist. (hp)



