Der Füllstand des Talsperrensystems – im Bild die Listertalsperre – lag am 31. August um gut zwölf Prozent unter dem zum Sommerende üblichen Wert.

Der Füllstand des Talsperrensystems – im Bild die Listertalsperre – lag am 31. August um gut zwölf Prozent unter dem zum Sommerende üblichen Wert.

Bild: © Gursch Ross/Ruhrverband

Hochsommer im Ruhreinzugsgebiet – das war in den letzten Jahren die Zeit, in der der Ruhrverband über Wochen und manchmal Monate hinweg große Mengen Wasser aus seinen Talsperren abgeben musste, um die gesetzliche Mindestwasserführung in der Ruhr aufrechtzuerhalten.

Ganz anders hingegen präsentiert sich die Situation in diesem Jahr: Weil die ungewöhnlich geringe Zuschusspflicht durch die immer wieder auftretenden Regenfälle ausgeglichen wird, ist der Gesamtfüllstand des Talsperrensystems seit Ende April nahezu unverändert und hat am 9. Juli mit 451,52 Mio. Kubikmetern einen neuen Rekord aufgestellt.

Mai und Juni mit viel Regen

So voll (113 Prozent vom langjährigen Mittel) war das Talsperrensystem im Ruhreinzugsgebiet an diesem Datum noch nie. Zum Vergleich: Vor genau einem Jahr waren die Talsperren um rund 72,3 Mio. Kubikmeter Wasser leerer als am 9. Juli.

Insgesamt lag das erste Halbjahr 2021 zwar fast genau im langjährigen Niederschlagsmittel der Jahre 1927 bis 2020, doch besonders der Mai war mit 133 Prozent vom langjährigen Monatsmittel deutlich zu nass und auch der Juni von mehreren Unwetter- und Regenereignissen geprägt. Besonders charakteristisch für diese Ereignisse ist ihre lokal sehr unterschiedliche Ausprägung.

Nur alle 100 Jahre

Ein Beispiel: Als die Gewitter am Nachmittag des 8. Juli über Teile Nordrhein-Westfalens hinwegzogen, verzeichnete die Klimastation an der Ennepetalsperre 40 Millimeter Regen in nur 30 Minuten, was statistisch gesehen alle 100 Jahre einmal vorkommt. An der 20 Kilometer entfernten Versetalsperre fielen hingegen am gleichen Tag nur 5,2 Millimeter Niederschlag. (hp)

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