Die anhaltende Trockenheit in Deutschland hat in Südbaden bereits umfangreiche Folgen. "Besonders betroffen sind Kommunen im Schwarzwald, die überwiegend oder ausschließlich über Quellwasser versorgt werden", teilte der örtliche Wasserversorger Badenova Netze mit, der sich deswegen schon für den Notfall wappnet. Denn: Die Trinkwasser-Tagesverbräuche lägen dauerhaft auf einem sehr hohen Niveau – eine Kombination, die Badenova als "angespannte Versorgungssituation" bezeichnet.
Um betroffene Orte im Schwarzwald zu versorgen, könnte das Wasser mit einem für Lebensmittel zugelassenen Sattelschlepper transportiert werden, sagte Simon Herrmann, Leiter für Wasser und Abwasser, dem SWR. Der Laster würde an einer sogenannten Füllstation aus dem Wassernetz in Freiburg mit Trinkwasser beladen werden. Rund 30.000 Liter Wasser könnten mit einem Schlepper transportiert werden.
Verzicht auf Gartenbewässerung und Poolbefüllung
Eine Sprecherin von Badenova Netze bestätigte die Angaben auf ZFK-Anfrage. Es handele sich um eine Notfallmaßnahme, die nur im Bedarfsfall eingesetzt würde. Als Beispiele nannte sie eine sich weiter verschärfende Dürreperiode in der Region oder einen Wasserrohrbruch.
Badenova rief bereits zum sparsamen Umgang mit Wasser auf: Auf private Gartenbewässerung, das Befüllen von Pools und private Autowäschen sollte möglichst verzichtet werden.
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Lage in Karlsruhe und Stuttgart entspannter
In Karlsruhe ist die Lage entspannter. Dank großer Grundwasservorkommen im Oberrheingraben sei die Stadt auch bei längeren Hitzeperioden gut aufgestellt, teilten die örtlichen Stadtwerke mit. Die Grundwasserreserven seien in den vergangenen Wintermonaten wieder aufgefüllt worden, sodass nach derzeitigem Stand keine Besorgnis bestehe. Die aktuell hohen Verbrauchswerte seien weder außergewöhnlich noch kritisch, weil die Wasserressourcen auf solche Belastungssituationen ausgelegt seien.
Auch Stuttgart sieht sich sicher versorgt: Die Netze BW Wasser verweist darauf, dass die Bodensee-Wasserversorgung und die Landeswasserversorgung als Vorlieferanten leistungsfähig aufgestellt seien. Einen allgemeinen Sparaufruf sehe man aus technischer Sicht derzeit nicht als notwendig an – auch dann nicht, wenn die heiße Witterung weiter anhalte. Allerdings empfiehlt auch Netze BW einen vernünftigen Umgang mit der Ressource: Rasenflächen müssten bei Hitze nicht bewässert werden, sie erholten sich erfahrungsgemäß im Herbst wieder.
Dennoch haben Gemeinden vereinzelt bereits konkrete Appelle zum Sparen herausgegeben – etwa Großerlach und Spiegelberg im Rems-Murr-Kreis sowie die Stadt Aichtal im Landkreis Esslingen.
Waldbrand: "Bitte verzichten Sie auf Duschen"
Kritischer ist die Lage in Hessen. Wegen eines großen Waldbrandes bei Rodenbach im Südosten des Bundeslandes und des hohen Wasserbedarfs hatten die Kreiswerke Main-Kinzig die örtliche Bevölkerung zum Wassersparen aufgerufen. Die Wasserreserven würden für die Brandbekämpfung benötigt, hieß es in einer Warnmeldung des Landkreises.
"Bitte verzichten Sie möglichst auf Duschen, Baden, das Bewässern von Gärten sowie wasserintensive Tätigkeiten." Der Verbrauch solle auf "das absolut Notwendigste" reduziert werden. Der Aufruf richtete sich an die Bewohner von Freigericht, Bruchköbel sowie Langenselbold und Umland. Der Kreis hatte die "Warnung Sonderfall" am Montagabend herausgegeben, aber bereits am Dienstag wieder aufgehoben.
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Rhein in Köln mit historischem Tiefstand
Ein Rekordtief meldete das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein. Das Amt maß für Köln einen historischen Tiefstwert. Nach der Prognose werden die Pegelstände in Köln, Düsseldorf, Emmerich und Duisburg-Ruhrort bis Freitagabend noch deutlich gegenüber den derzeitigen Werten sinken.
"Man kann es kaum glauben, was man da sieht", sagte Moritz Axt, Sprecher des Amtes. In der kommenden Woche sei ein leichter Anstieg der Pegelstände zu erwarten. "Das stellt noch keine Entspannung dar." Die Wasserstände des Rheins in Nordrhein-Westfalen blieben weiterhin auf sehr niedrigem Niveau.
An den Pegeln Köln, Düsseldorf und Duisburg-Ruhrort stammen die alten historischen Tiefstwerte vor der Trockenheit in diesem Sommer vom 23. Oktober 2018. Sollte die aktuelle Prognose bis Freitagabend eintreffen, würden diese alten Tiefstwerte von 2018 um mehr als 20 Zentimeter unterschritten.